Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216737
Zuerst war der Plan des angekündigten Werkes nielit 
glücklich angelegt. Er musste entweder allgemeiner ge- 
fasst sein, so dass er die Polychromie aller Zeiten und 
Länder umfasste, oder sich in noch beschränkteren Gren- 
zen bewegen. 
Zu dem Angriff einer Arbeit nach einem weiteren 
Plane schien theils der nöthige Stoff noch überhaupt zu 
fehlen, theils war ich von der Unzulänglichkeit meiner 
Kräfte, meiner Zeit und meiner Mittel überzeugt, ohne 
Beistand, wie ich war, nur den vorhandenen Stoff auf eine 
befriedigende Weise zu bewältigen. 
Gern hätte ich mich daher auf die Mittheilung meiner 
Zeichnungen über Athens Alterthümer und einige andere 
Beiträge zur Polychromie der Alten beschränkt. Aber nur 
in ihrem geschichtlichen Zusammenhange mit Werken an- 
derer Zeiten und anderer Völker konnte die in ihnen nieder- 
gelegte, so wenig selbst den bisherigen polychromen Auf- 
fassungen entsprechende Anschauung der Antike als etwas 
mehr als ein blofses Hirngespinnst erscheinen. 
Mehr aber als die Kritik der Gelehrten und Kenner 
Scheute 
ich 
den Unverstand 
der 
Enthusiasten. 
Wahrlich 
die ersten polychromen Versuche in Deutschland waren 
keine Ermunterung zu der Verfolgung eines Unternehmens, 
an dessen Zeitgemäfsheit ich zu zweifeln begann. Sie er- 
regten in mir ein solches Entsetzen  dass ich seitdem 
auf jeden Versuch verzichtete, antike Polychromie anzu- 
wenden, und in der Decoration lieber die Traditionen der 
iiii 
 Die verschiedenen Systeme der antiken Polychromie fanden ihre 
praktische Anwendung. Während sich hier ein zierlich verblasener lilarzi- 
panstyl als Griechisch gerirte, ging dort ein blutrother Fleischerstyl auf, 
und gab ebenfalls vor, Griechisch zu sein.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.