Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217650
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vinz Attika die beweglioheren Elemente, die mehr pho- 
netischen Künste, Malerei und Sculptur, der ionisehen 
Tonweise folgen. 
Es ist nämlich wohl mehr als blofse Muthmafsung, 
dass der Dorismus, wie in der Musik, so auch in der 
Ausübung der beiden genannten Künste, und hauptsäch- 
lich in ihrer Anwendung auf den Ternpelbau, sich prin- 
cipieilwyon dem Ionismus unterschied, dass eine dorische 
Ferbentonart bestand, wie es eine dorische Tonart in der 
Musik gab. 
Dass dorische 
Kunst 
auch 
hierin 
mehr 
sich 
3.11 
das 
Aegyptische anlehnte, ionische Kunst dagegen auf den 
ursprünglichen, nicht zur Hieroglyphe erstarrten Teppich- 
Werken der Assyrer fufste (die gerade wegen ihrer in- 
cunablen Unvollkommenheiten den besseren Ausgangs- 
punkt zu freierer Entfaltung der Künste bildeten), oder 
wenigstens mit ihnen aus gemeinsamer Wurzel hervor- 
ging, ist eben so wahrscheinlich. 
S0 erklärt sich der Gegensatz zwischen ägyptisch- 
dorischer und orientalisch-attischerPolychromie, der sich 
aus der Vergleichung ihrer Üeberreste an den Monu- 
menten von Attika und Sicilien ergiebt. 
Beide Systeme konnten nicht mit einander über- 
einstimmen, und dass die Restaurationsversuche sicilischer 
Tempel mit denen der attischen durchaus nicht harmoni- 
ren, giebt eher einen Beweis für die Glaubwürdigkeit 
beider, als dagegen; um so mehr, da wirklich jene an 
das hellgründige, blaugrüne, accentuirte ägyptische, diese 
mehr an das reiche und getragene orientalische Farben- 
system erinnern, das in fortlebender Ueberlieferlmg durch 
das Mittelalter hindurch die Basis der neueren Farben-
        

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