Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1183472
Das Drama. 
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hin, bis der Stosseiner Partisane Alles endet. Frau Fisch- und Floss- 
meisterin und Iphigenia  Kotzebue und Göthe, Iifland und Schiller, 
Corneille, Racine, Oalderon, Alüeri und Scribe, Dumas Sohn und 
wie nun dieVertreter solcher Richtung heissen und die Possendichter 
 sagen dfiese gamäanoniichtä dass es unmöglich ist, die Gebiete des 
Di-amafs au zuzä. en. er er einzige Shakespeare! „Der Natur den 
Spiegel vorhalten, der Tugend ihre wahren Züge, dem Laster sein 
rechtes Abbild, dem Jahrhundert und der Zeit ihres Wesens Gestalt und 
Ausdruck zeigen." O stolzes, übermeiischlich scheinendes Ziel, das er 
als die Aufgabe des Drama's hingestellt und welches er errungen hat! 
Nach allgemeinen Uebersichten kann man das Drama verschiedent- 
lich in Bezug auf den Inhalt ordnen. Aristoteles wählt (in seinem 2. Cap. 
der Poetik) die Oharactere der handelnden Personen: entweder sind im 
Drama bessere {handelnd als zu unsern Zeiten oder eben solche oder 
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schlechtere, oder kann man sagen: ungewöhnliche, gewöhnliche und 
niedere Personen. Um älie niedere; Persönlichkeiten erträglich zu 
machen wird man stets es Komisc en bedürfen; auch die gewöhn- 
lichen Gliaractere wird man gern durch Komik erfreulicher machen. 
„Gerade in dieser Verschiedenheit liegt auch der Unterschied zwischen 
der Tragödie und Komödie, indem die letzte niedrigere, die erstere aber 
vorzüglichere Personen darzustellen bezweckt als sie jetzt gewöhnlich 
sind." Für die Mitte kann man das gewöhnliche Schauspieihinzufügen 
und würde dann das Schauspiel hohen Stils, welches wir hier mit 
Aristoteles kurzweg Tragödie nennen, das gewöhnliche Schauspiel und 
die Komödie bekommen.  
Eine andere Theilung wird sich ergeben, Wenn man die so- 
genannte Fabel darauf ansieht, 0b sie den Forderungen der Kunst ge- 
nügt oder nicht. Wir würden hier auf die Unterschiede einer drama- 
 " h' ht und des Kunstdramais kommen. Jene kann etwa in 
tisiiten Gesc ic e    
einer sehr lebendigen Darstellung oder Nachahmung, der Wirklichkeit 
treu bestehen, ohne doch zum Kunstwerk zu werden. Die verschieden- 
sten,Dramen gehören hieher. Der Inhalt däzr Fabehlolb väuiicäeltäf ob 
einfach kommt ferner sehr in Betracht; ann, wec er r ie er- 
 kl  d, Ebenso die Bedeutung der Charactere. Im guten 
lviigimängdalrlleiislsliiannende Handlung und Oharactere in eins verschmelzen; 
wo sie auseinandergehen, wird Eins oder das Andere vorwiegen. Meistens 
wird in der Verwickelung, Ungewöhnlichkeit, Spannung die Hauptsache 
sucht werden wo die Handlung das Uebergewicht bekommt; wir be- 
läminen dann das Verwicklungs-, Intrigueiistück u. drgl. Andererseits 
das Charactierdrama. GDem TOIIHLIIIIISGIIBII Glggsteäsgtgtsiäineäälniem ger- 
eichen ieses im anzen me r zu.  ' un er- 
äähzliden, je nachdem ein ernster Griindton durch das Drainztgeht oder 
ein heiterer, oder ein komischer, posseiihafter u.  Die Charactere 
werden damit in innigster Verbindung stehen und wird sich diese Unter- 
Lcinckc, Aesthctik. 2- A115- 35
        

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