Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1178125
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Schi 
Das 
über I a c. Dann giebt der Punkt c die gewünschte Theilung und es 
istbc:ca:ca:ab.) 
„Diese Proportion besitzt nicht nur die Vorzüge aller stetigen 
Proportionen, sondern übertrifft jede andere stetige Proportion i. da- 
durch, dass sie nicht blos eine Vermittlung zwischen zwei willkürlich 
znsammengebraohten Grössen, sondern zwischen dem Ganzen und seinem 
kleineren Gliede herstellt, dass daher auch das ihr zum Grunde liegende 
Verhältniss kein beliebiges, kein wechselndes und an und für sich selbst 
vielleicht höchst nnverhältnissmassiges, sondern ein nothwendiges, sich 
stets und überall gleichbleibendes und maasshalt-endes ist, wie klein 
oder gross auch immer das einzuthcilende Ganze sein möge; 2. dadurch, 
dass die beiden kleineren Glieder zusammengenommen stets dem 
grössten Gliede, d. h. dem Ganzen, gleich sind, und dass mithin das 
kleinere Glied stets das Complement des grösseren, wie umgekehrt das 
grössere das Complement des kleineren ist. _Die Proportion ist daher 
nicht blos eine vollkommen geometrische, sondern in gewissem Sinn 
auch eine arithmetische, weil sich ihre Glieder nicht blos als Factoren 
gleicher Producte, sondern auch als die beiden einander ergänzenden 
Summanden einer Summe darstellen.    
„Ein noch naher hervorzuhebendcr Vorzug dieses Verhältnisses ist 
die Leichtigkeit, mit der es sich weiter verfolgen und fortsetzen lasst." 
Der Minor des grösseren Theiles wird bei der Fortsetzung Iiämlich 
__zum Major des kleineren; man braucht also nur diesen von dem jetzt 
zum Ganzen avancirten Theil abzuziehen, um wieder den Minor zu 
erhalten u. s. f. 
Wir bekommen, dies in runden Zahlen ausgedrückt, die Pro- 
portionen: 1 : 2 : 3 : 5 ; 8 : 13 : 21 : 34 : 55: 89 : 144, und so weiter 
 Zahlen, deren ProportionsWichtigkeit, nebenbei bemerkt, zwar be- 
kannt waren, auch schon von O. Ch. Fr. Krause in seiner Aesthetik 
als die Grundzahlen für die Musik, sowie für die Proportionen der 
Symmetrie des menschlichen Leibes hervorgehoben werden, deren um- 
fassende Wichtigkeit aber erst Zeising dargethan hat. 
Zeising weist dies Gesetz hauptsächlich an dem" Bali des schönsten, 
des menschlichen Körpers nach. Er zeigt, dass der Mensch nach dem 
goldenenSchnilt getheilt in den Oberkörper vom Scheitel bis zum 
Nabel und in den Unterkörper vom Nabel bis zur Sohle zerfällt. Von 
diesen verhält sich der kürzere Oberkörper zum längeren Unterkörper, 
wie dieser zur ganzen Körperlänge. Die weitere Theilung des Ober- 
körpers ergicbt die Trennungslinie zwischen Kopf und Rumpf durch 
den Kehlkopf des Halses, wodurch der Oberkörper so getheilt wird, 
(lass die Höhe der Kopfparthie sich verhalt zur Rumpfparthie, wie 
diese zur Höhe des ganzen Oberkörpers. 
Die Theilung des Unterkörpcrs nach dem goldenen Schnitt trifft 
die Kniebncht, wonach sich der Unterschenkel von der Sohle zur Knie-
        

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