Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1182137
Allgemeines. 
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an den Klang einer geschlagenen Metallplatte. Es hängt der "Klang ab 
von der Art des Metalls; seine Masse, seine Form, 0b z. B. Hach, ob 
gebogen, ist bestimmend, dann der in Bewegung setzende, hier der 
schlagende Körper, auf Welchen das schon Gesagte ebenfalls seine An- 
wendung findet, z. B. ob der Klöpfel von Metall, von Holz, mit Leder 
bedeckt u. s. w. ist. Ferner hat den grössten Einfluss das Verhältniss 
der Platte zu den übrigen Körpern im Raume; 0b sie sich z. B. nur 
an einem Punkte mit einem andern festen Körper, etwa dem Boden, be- 
rührt, oder an vielen, z. B. aufliegt, 0b die Luft die grösstmögliche, 
freieste Bewegungsfahigkeit bekommt oder ob die Schwingungen durch 
einen auf der Platte liegenden Körper unterbrochen, gedämpft werden, 
dann, in welchem Raume überhaupt die Platte angeschlagen wird, in 
einem Gewölbe, in einem schlecht schallenden Raume u. s. w. Man 
sieht, welch eine Reihe von Verhältnissen bei jedem Schall zur Gel- 
tung kommt, die wir uns zu mehr oder minder klarem Bewusstsein 
bringen, wie von Innenwelt und Aussenwelt des Schallenden Kunde ge- 
geben wird. 
Betrachten wir den Ton, so ist er im Allgemeinen unterschieden 
nach seiner Höhe oder Tiefe, seiner Starke und seiner Klangfarbe. 
Schon frühe hat man die Höhe des Tones bestimmt gefunden durch die 
Zahl seiner Schwingungen und hat diese gemessen. Im allgemeinen 
Theile ward gesagt, wie unser Ohr nur eine sehr bedingte Fähigkeit 
besitzt, Schwingungen zu erfassen. Unter 8  vernimmt es gar 
nicht; die Anzahl von 40,000 Schwingungen erreicht es nicht mehr; 
der Ton ist verschrillt. Die von der Musik gebrauchten Töne be- 
wegen sich zwischen 30 und 4000 Schwingungen, wobei die unter 40 
liegenden schon unvollkommen tönen. Je höher die Schwingungszalil, 
desto höher der Ton; die Schnelligkeit der Bewegung also ist hier 
das Maass.  
Die Stärke des Tones hängt ab von der Breite der Schwingungs- 
wellen; je breiter dieselben, je stärker der Ton. ' Die Klangfarbe hängt 
ab von der Art und Weise der Bewegung, welche durch die Art des 
tönenden Körpers bedingt ist. Die Klangfarbe hängt ab von der Eigen- 
artigkeit des Körpers, sowohl in Betreff seiner Gattung als des Indivi- 
duums. Holz tönt anders als Metall und anders als eine Darmsaite. Aber 
es ist eine Flöte nicht bloss von einer Trompete zu unterscheiden, 
sondern auch von einer andern Flöte, wenngleich diese denselben Ton 
angiebt, d. h. in genau so vielen Schwingungen und in der Breite der 
Schwingungswellen bewegt wird. Hundert Sänger können einen Ton 
singen und doch wird der Ton hundertfältig erscheinen. Von den 
Unterschieden der Klangfarben wollen wir hier nur noch besonders auf 
diejenigen aufmerksam machen, welche durch Geschlecht und Alter des 
Menschen bedingt werden. Ausser der Eigenartigkeit eines Jeden haben! 
wir da die allgemeinen Ordnungen von Bass, Tenor, Alt und Sopran,
        

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