Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1180878
Byzantinische, 
muhammedanische, 
romanische Baukunst. 
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gesteigerten Ausdruck finden könne. Wenn er nun aber bei dem Verbot 
bildlicher Darstellung jede Verzierung in mathematische Figuren um- 
setzt, so blickt trotz aller Will- 
, kürlichkeit derselben doch der 
"abß"   Zwan 
l  L1 g der gebundenen Formen 
d  heraus und macht dadilrch einen 
 unruhigen zwängenden Eindruck. 
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v   Schon die byzantinische Bau- 
 ! kunst hatte gegen die römische in 
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in  l_ w; 
Fig.23. Fig.24.   
der Construction eine fortschrittliche Neuerung gemacht, welche auch auf 
den Stil vom grössten Einfluss gewesen war. Sie hatte Wölbungen 
nicht bloss auf überall stützende Grundlagen, sondern auf Einzelstützen 
der Art errichten gelernt, dass sie z. B. einen viereckigen Raum über- 
wölbte, indem sie vier Eckpfeiler errichtete, diese durch Bogen verband 
und auf diesen Bogen nun das Gewölbe construirte. (Siehe das Nähere über 
diese Construction bei R. Rahn, Ueber den Ursprung des christlichen 
Central- und Kuppelbaus. Der romanische Stil, der sich im westlichen 
Theile des früherEn römischen Reiches, namentlich unter den neu sich 
bildenden, sogenannten romanischen Völkern entwickelte, nahm diese 
wichtige Neuerung herüber; sonst beharrte er im Allgemeinen bei den 
antiken römischen Formen, so weit Verstandniss und Mittel dies er- 
laubten. Für die Kirchen blieb die Form der Basilika die gewöhn- 
lichste; als mit der Zeit die flache Ueberspannung und Deckung des 
Raumes der Wölbung mehr und mehr wich, mussten sich aber bedeu- 
tende Stilanderungen herausstellen. Der Druck der Wölbungen des 
Mittelschitfs musste eine bedeutende Verstärkung der Stützpunkte ver- 
nothwcndigen. Dazu eignete sich der schwerere Pfeiler am besten. Um 
aber nicht diese Stützen im Innenraum in zu grosser Massivheit und 
darum Raum-beengender Ausdehnung anlegen zu müssen, war man in 
allen Fällen, wo man nicht durch den Schub einander entgegenwirken- 
der Bogen den Wölbnngsdruck senkrecht in die Stütze des Pfeilers 
oder der Säule werfen konnte, wodurch dieselben geringere Stärke zu haben
        

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