Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177894
Methoden. 
Anklagen gegen das 
Aesthetik. 
Schöne 
und 
die 
Das Empfindungsleben gipfelt im Schönen. Das Schöne rein zu 
erzeugen strebt die Kunst. Eine Aesthetik wird sich also mit der 
Untersuchung der Empfindungen, dann in besonderem Grade mit dem 
Schönen und der Kunst zu beschäftigen haben. Insofern sie nach der 
Erkenntniss des Empfindungslebens strebt ist sie eine philosophische 
Wissenschaft und muss uns einen Einblick in das Wesen des von ihr 
behandelten Gegenstandes geben, eine Aufzählung einzelner Erschei- 
nungen liegt ihr an und für sich fern. Die eine Auffassung will nun 
von der Psychologie und der Erfahrung ausgehen. Das Schöne ist 
nach ihr eine Art der Erscheinungen. 
Anders stellt sich die Aesthetik, wenn das Schöne als der Urquell 
aller ästhetischen Erscheinungen betrachtet wird. Alsdann muss Alles 
aus dem Schönen abgeleitet werden. Das Erhabene und Komische 
z. B. sind sodann nur gewisse Brechungen des Schönen; das Hässliche 
ist seine Negation. Dann ist das Schöne das Urprincip und wird als 
höchste Idee oder als ein Göttliches hingestellt. Was ihm nicht entspricht, 
sei es, dass es hässlich oder auch nur nicht völlig schön erscheint, 
muss als ein Abfall  ein ästhetischer Sündenfall  betrachtet werden. 
Die Welt ist danach eine ziemlich missrathenc Welt, indem kaum ein 
Ding in der Natur seiner Idee völlig entspricht. Der Geist kann 
allein in seinen Werken jener Idee ziemlich nahe kommen, da er dabei 
weder vom Zufall abhängt noch der Druck bemerkbar wird, den die 
Dinge in der Wirklichkeit gegeneinander ausüben, um sich selbst zu 
erhalten. Denn in der Natur lebt immer das Eine durch die Ver- 
nichtung des Andern. Alle Dinge stossen und drängen sich im Raum 
und hemmen einander in der freien Entfaltung. Nur der Menschen- 
geist kann siß anschauen, wie sie ihrer wirklichen Idee nach sein 
könnten. Bei dieser Auffassung gilt es, zuerst die Idee oder das 
göttliche Wesen zu erfassen und zu begreifen, dessen Ausdruck das 
Schöne ist, Sodann das Schöne in seine einzelnen Brechungen zer- 
.2.
        

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