Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1180735
Aßgyuwtcr. 
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Was die Pyramiden anbelangt, so könnte man eine uralte Begräb- 
nissweise dahinter vermuthen  den Steinhaufen, den man in stein- 
reiclieii Wüsten über den Todten schichtet, damit nicht die Wilden 
Tliiere den Leichnam zerlieischen. Schon der erste sich entwickelnde 
 Kunstsinn musste dabei auf mathematisch-strenge 
 Form dieses Steinhaufens yerfallen. Bei Steinen 
(W ifilijzbvxz"h, macht sich nun eine Pyramidalform von selber, wie 
w. h; sich bei Erde die gewölbte Form des Grabhügels 
F,  N15 ,   ergiebt, woraus z. B. bei dem buddhistischen In- 
3,1  H] dern die Stupa oder der Dagop entstanden ist, der 
r- Grabhügcl über dem todten Buddha, der durch eine 
 Reliquie personificirt wird. Bei den Pyramiden 
   sehen wir, was Grösse, Regelmassiglzeit und Ver- 
 liältniss für sich allein bei Bauten zu besagen haben. 
m3„    Da ist keine Gliederung, kein Rhythmus, nur der 
 Wechsel, des Winkels gegen die Horizontale der 
 Ebene, worauf der Bau steht, und doch machen 
 diese Werke einen nicht blos gewaltigen, sondern 
 auch einen in seiner Art befriedigenden Eindruck. 
w; im?  Stiensind die einfichsten aber colossalsten Raumdar- 
Hält   s e ungen, welc e es giebt, wo Zweck nur diese 
54H   Baumdarstellung selbst zu sein scheint. 
tttilf, 1;; Wir Enden bei den Griechen die höchsten Muster 
M u  giiiilifiiiii; für Schönheit und Charakteristik der Architectur. 
      
i w  ,  ci ie uns in er 
 jlfl-lsi   einfachsten, edelsten Weise in die Schönheit zu 
im?  heben. Von ihnen kann man lernen, das Wesen 
 des Materials und die Bedeutung aller Fuiictioneii 
 zum Ausdruck zu bringen. 
 H Der Grieche hat frühzeitig die Wände seines 
  auses von Stein aufgeführt und es mit Holz be- 
lyj illn"; Ü deckt. Er hat dann bei Tempelbauten nur Steine 
 -  . . lliflfh  verwendet, aber die Form des Dachbaus nicht aiif- 
  geben mögen, hat auch die Säulen seines Holzbaues 
 beibehalten, über deren Entstehung ich schon oben 
i? gesprochen. Sehen wir, wie sich dieser Bau ge- 
Flg-  staltet hat. 
Zuerst die Säulen (Fig. 15). Ueber diese ist viel geschrieben, sind die 
verschiedenartigsten Ansichten aufgestellt worden. Hier noch eine einfache 
Erklärung zu den vielen. Einen Baum kann man als Pfosten benutzen, 
Wenn man seine Krone abschneidet; er steht dann fest durch seine 
Wurzeln. Oder man gräbt oderatreibt einen Baumstamm in die Erde, 
um ihn festzusetzen. Ein durch Schläge getriebener Pfahl oder Stamm
        

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