Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1179799
Staaten. 
Völker. 
Das 
Alterthum. 
209 
Die Verschmelzung des römischen und griechischen Geistes dauerte 
bekanntlich gegen zweihundert Jahre. Noch Cäsar war ein Römer und 
handelte wie ein Römer. Die Politik des Augustus aber und sein Rath, 
die Grenzen des Reiches nicht mehr zu erweitern, das war von einem 
ausgeprägt antirölnischen Geiste dictirt, und verkündete, dass der alt- 
römische Sinn entschwunden war. 
In den letzten Jahrhunderten des römischen Reiches gab es keine 
Römer mehr in eigentlicher Bedeutung des Wortes. Sie hatten ihre 
Weltaufgabe erfüllt; die Länder und Völker waren sierbunden; ein Ge- 
fühl der Zusammengehörigkeit herrschte vom Hochgebirge Schottlands 
bis in die Wüsten des steinigen Arabiens; die Cultur war Barbaren anf- 
gedrungen, staatliche Ordnung geschaffen, Recht gesetzt, das nichts 
Barbarisches an sich hatte. Aber die Römer selbst waren dabei auf- 
genutzt; ihr einst so eompactes Erz war mit dem Metall der unter- 
worfenen Völker verschmolzen. Die Theile des Weltreichs reiften wie- 
der zn Eigenbildungen heran, dabei fähig, eine. Zusammengehörigkeit 
in Glauben und in Recht zu bewahren. 
Wir können leider hier so wienig die Völker berücksichtigen, die 
mit dem römischen Reiche verschmolzen, als wir die Völker haben in 
Betracht ziehen können, die vor Griechen und Römern als die Träger 
der Cnltur erscheinen, obwohl sich nichts Interessanteres denken lässt, 
als sich in das geheimnissvolle Leben gerade dieser letzten zu ver- 
senken. 
Lemcke, 
Aesthetik.
        

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