Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1179520
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Der Mensch. 
Allgemeines. 
Geschlechter. 
Racen. 
Pflanzenwuchs aufhört, auf den er in seiner Nahrung hauptsächlich 
hingewiesen ist. Der eisige Norden, wie der kalte Süden des Feuer- 
landes" erzeugt nur krüppelhafte Gestalten  Samojeden, Eskimos, 
Lappländer, Fenerländer. 
Ueberreichthum der Natur erstickt die geistigen Eigenschaften der 
Menschen. Sie brauchen für nichts vorzusorgen, strengen sich nicht 
an, entwickeln weder die leiblichen noch geistigen Kräfte. Sie werden 
schlaft", indolent, üppig, energielos, wenn es Ausdauer gilt; sie sind 
träumerisch, apathisch, dann wieder gereizt, anffahrend; im Allge- 
meinen zum Nichtsthun oder zum Spiel geneigt. Die Tropenländer 
zeigen uns diese kindischen, weibischen Vegetationsmenschen am aus- 
geprägtesten, windstille und "wieder plötzlich ausbreehende Gewitter- 
Geschöpfe. Schwäche und Kleinheit der Hände, die lllCllt ausgearbeitet 
werden, deuten auf die Kraftlosigkeit solcher Völker. Ihre Körper- 
formen sind hauiig schön, aber nur für knrze Zeit; die schöne Mitte 
zwischen Trockenheit und Aufgeschivemmtheit der Glieder geht leicht 
verloren. Auch im Geistigen vrird es ihnen schwer, Maass zu halten. 
Wo sie nach dem Schönen streben, fallen sie entweder in's Spielende 
oder ins Ungeheuerliche. Sie sind willkürlich, phantastisch. Gegen die 
Willkür errichten sie wohl wieder maasslose Beschränkungen (z. B. 
Kastenwesen); das tiefste Grübeln und das seichteste Geniessen, uner- 
schütterliche Denkgewissheit und tollster Aberglauben wechseln mit 
einander.  
Gemässigtes Klima erzeugt die geistig und leiblich schönsten Men- 
schen, wenn Arbeit Musse schafft. Die Bewohner der Gebirge gehen 
im Allgemeinen denen der Ebene an Körperschönheit voran, weil durch 
das Steigen, Springen und Klettern der Körper allseitiger ausgebildet 
wird. Der Bewohner der Ebenen ist schwer-fälliger, weil er Schritt vor 
Schritt in derselben Bewegung zu setzen gewohnt ist; namentlich die 
Beine sind selten so kräftig entwickelt. Wird er durch den Aufenthalt 
in Wüsten, Steppen u. s. w. zum Reiterleben gezwungen, so verlieren 
seine unteren Gliedmaassen an Kraft; er wird leicht säbelbeinig. Ohne 
Pferd ist er dann nur ein halber Mann. Den Einfluss der Beschäf- 
tigung wollen wir übrigens etwas näher betrachten, weil er von grösster 
Wichtigkeit ist.
        

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