Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1179510
Racen. 
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lieh. Die Farbe ist ein sehwärzliches Gelb. [Ammianus Marcellinus 
schildert die Hunnen: Ihr untersetzter Körper mit ausserordentlich 
starken Gliedern und einem unxierhältnissmässig grossen Kopfe giebt 
ihnen ein monströses Ansehen; man könnte sie Thiere auf zwei Beinen 
oder Abbilder jener schlecht zugehauenen Holzlignren nennen, mit 
denen man die Brückengeländer schmückt] Der Neger ist ein Barbar; 
der echte Mongole ein Halbbarbar: seine höchste Cultur hat dem Kau- 
kasier immer noch etwas Absonderliches. Doch ist hier vom Kal- 
mückcn mit einer Schädclbildung, die ihn fast tiefer stellt als den 
Neger, bis zum Chinesen und Japanesen eine sehr grosse Stufen- 
folge. Im Allgemeinen ist der Mongole in Willkür und Zwang maass- 
loser als der Kaukasier; Schlauheit, List sind Grundzüge seines Cha- 
racters. 
Den Culttirbestrebungen der zu dem mongolischen Stamme ge- 
rechneten Racen klebt für unseren Geschmack meistens etwas Barockes 
an. Die grossen Reiterstamme der Wüste zeigen, um noch einen Blick 
auf ihren sonstigen Character zu werfen, neben thierischei- Schlauheit 
einen wilden grausamen Muth. Ohne Entwickelung des Individuums, 
stets unter dem Zwang des Familien-, des Horden-, des Stamm-Des- 
potismus, sind sie in aufgeregten Zeiten und unter einem kräftigen 
Führer ganz geeignet, zu den ungeheueren Sturmtlnthen anznschwellen, 
wie sie unter Attila und Dschingis-Chan die halbe Welt in einem 
Menschenalter verwüstet haben. Die grossen Gestalten, die sich über 
diesem Völkergewirr als Herrscher erheben, erscheinen uns meistens 
furchtbar. 
Bei den Chinesen und Japanesen reicht übrigens die angeführte 
Racentheihlng nur dürftig aus. Oder hätte sich der Wüstenstamm in 
den Flussländern China's so verändert? 
Die Americaner nennt Cuvier eine Zwischenrace, wie die Malayen. 
Jene haben kaukasische Gesichtsbildung bei einem Wesen, welches auf 
den mongolischen Stamm hinweist. Die Malayen stehen zwischen den 
indischen Kaukasiern und den llIongolen. Beide Stämme zeigen Bil- 
düngen, die nur dem Kaukasiei- an Schönheit weichen. 
Die echten Kaukasiei- zerfallen wieder in mehrere grosse Stämme. 
So bilden Indo-Germanen und die Aramäer darin Sprachfamilien. Zu 
jenen gehören Inder, Perser. Slaven, Kelten, die gräko-italischcn 
Stämme, die Germanen; zu diesen Phöniker, Juden, Assyrer, Araber 
und Andere. 
Wir werden, des beschränkten Raumes halber, nur einige Völker 
heransgreifen, nachdem wir die Einwirkung des Bodens und der Be- 
schäftigungen auf den Menschen hervorgehoben haben.  
Verkümmerte Natur erzeugt wierkümmerte Menschen. Wohl ver- 
mag der Mensch mit allen seinen Hülfsmitteln sich auch in ihr noch zu 
erhalten, aber eigentlich ist da für ihn die Gränze, wo der kräftige
        

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