Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1179500
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Der 
Mensch. 
die Gewohnheit, sie spitz zu feilen, wodurch sie den Eindruck eines 
thierischen Gebisses machen. Der Rumpf ist beim Neger gut und stark 
entwickelt, die Arme sind häufig übermässig lang. Die Beine des 
Negers sollen vielfach gegen den Oberkörper schwächlich erscheinen; 
sie sind nicht stark, saulengleich, sondern etwas im Knie hängend und 
schlecht gewadet. Die Wade des Negers soll gewöhnlich überall an- 
derswo als an der richtigen Stelle sitzen. Die Ferse steht häufig vor, 
was auch in Deutschland wohl als Sclavenfuss bezeichnet wird. Es wird 
behauptet, dass der Neger eine starke, dem Europäer widerliche Aus- 
dünstung besitze. (Von Andern wird dies bestritten. Die Ansichten 
über den Neger gehen jetzt überhaupt, beeinflusst durch die Sclaverei- 
frage in's Extreme.) Durch den eingedrückten Schädel, den vorstehen- 
den Mund, lange Arme und schwächliche Beine erinnert der Neger an 
den Affen. Seine Oulturfithigkeit ist nirgends bedeutend gewesen. Er 
ist ein thierisch-kindisches Geschöpf. Triige zur Arbeit, leidenschaft- 
lich in der Befriedigung seiner Begierden, sinnlich, vergnügungssüchtig, 
roh, ohne viel Vorbedacht in den Tag hineinlebeild. Die dunkle Farbe 
giebt dem Sohn des Aequators etwas Lichtscheues, Nächtiges, als ob 
er bestimmt wäre, den Tag zu schlafen und erst mit Abnahme des 
hellen Sonnenlichts sein Leben und 'l'reiben zu beginnen. So hält er 
es auch am liebsten. Die barbarische Peitsche des Culturmenschen 
treibt freilich den schwarzen Dammerer zur Arbeit, auch sein Theil 
Mühe und mehr als sein Theil zu tragen. Bekannt ist, dass der Neger 
überall als Diener, als Sclave von den andern Stämmen betrachtet wird. 
Man hasst ihn nicht, man verachtet und knechtet ihn. Die echten Neger 
sind in jeder Beziehung Barbaren, Barbaren in der Religion, Fetisch- 
Anbeter, Barbaren in den Künsten. Negermusik ist Spectakel; die 
Lieder sind für uns burlesk; ihr Tanz grotesk. In den bildenden Künsten 
bleibt der Neger gleichfalls auf den niedersten Stufen. In den Dar- 
stellungen des Göttlichen kommt er nicht über Fratzen. Im Ganzen ist 
in ästhetischer Beziehung nicht viel Gutes vom Neger zu sagen. Durch 
Hässlichkeit kann er übrigens für den Europäer leicht in's Komische, 
durch seine wilde Leidenschaftlichkeit in's Furchtbare und in's Furcht- 
bar  Hässliche fallen. 
Der Neger ist Diener des Weissen, der Mongole Feind. Kaukasier 
und Mongolen hassen sich seit unvordenklichen Zeiten. Ueber den 
Neger lacht wohl der Weisse; vor dem Mongolen schaudert er oder er 
hasst ihn. Er ist geneigt, ihm etwas Furchtbares, Dämonisches beizu- 
legen. Der lranier macht den Turanier zu einem Dämon der Wüste; 
der Germane nennt die Hunnen Abkömmlinge böser Geister, mit ausge- 
stossenen Hexen in den Einöden erzeugt. 
Der Mongole ist von Statur untersetzt, schlecht proportionirt; der 
Kopf ist gross, mit dunklem, stratfem Haupthaar; kleine tiefliegende, 
Schiefe Augen funkeln darin; die Nase ist klein, der ßilftWllüllS spär-
        

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