Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1179385
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Das Thierreich. 
tioncn seines Inhabers verrath. Von der Natur zum Klettern bestimmt, 
zeichnet er sich aus durch die Einrichtung seiner Halt- und Greif- 
apparate: er hat an allen Füssen Zangen d. h. vier Hände. Die Affen 
der neuen Welt nehmen auch ihren langen kräftigen Schwanz zur 
Hülfe, um sich fest zu halten oder durch Schwingen daran sieh zu 
bewegen. Alle Affen fast erscheinen wie Thier- oder Menschenfratzen, 
wobei man nicht weiss, welche hässlicher zu erachten sind, ein Hunds- 
pavian und lliandrill mit den widerliehen Affensteisscouleuren oder die 
hässlichen Meerkatzen; die hübscheren sind unendlich komisch. 
Vom Affen verlangen wir Gewandtheit, Kletterbewegliehkeit. Ein 
fauler langsamer Affe erscheint uns darum besonders unnatürlich oder 
auch komisch. 
Der Mensch ist von jeher dazu geneigt gewesen, sich über diese 
VoräHer der Menschlichkeit lustig zu machen oder aber sich wegen 
der anscheinenden Verwandtschaft zu ärgern. Er hat dies den Affen 
dadurch wohl entgelteir lassen, dass er dessen Gewohnheiten nach 
menschlichem Maass der Tugend und des Lasters misst, wobei der 
lüsterne, naschige Thiervetter dann sehr schlimm wegkommt und als 
das unmoralischste Geschöpf unter der Sonne erscheint, ein wahrer 
Sündenbalg. Glücklicher Weise hat der Affe keine Spur von Gewissen 
und ist und bleibt der sündige Hans Wurst und Komiker, ohne sich 
darüber zu betrüben. Sind die Beschreibungen des Gorilla auch nur 
halb wahr, so ist dieser bis sechs Fuss hohe Affe in dem borstigen 
Pelz mit den ungeheuer starken Gliedern und dem löwenmässigcn 
Gebiss das furchtbar-hässlichste Geschöpf, welches existirt. 
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