Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1179017
Feuer. 
Wasser. 
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für das Licht (im blitzenden Thau z.  dann durch seine Licht- 
brechung, wodurch es über die Regengegend wie hinter den Spring- 
brunnen, Wasserfall etc. den Regenbogen wirft, überhaupt durch seine 
Farben. Im Tropfen wie als Eiskrystall erfreut es durch seine dort 
kugelförmige, hier kijystallinische Form. 
Geschwungeiic Bewegung im leichten Flusse, Frische und Klarheit 
Empfänglichkeit für Licht und Farbe, darin besteht hauptsächlich die 
Schönheit seiner Erscheinung, wenn wir es als Masse, nicht als Tropfen 
betrachten. Stockende, steife Bewegung, z. B. durch Schlamm ver- 
ursacht, Trübe des Wassers erscheint also hässlich. 
Des herrlichen Farbenspiels, das es oft bietet, sei hier nur kurz 
gedacht. Man denke an das Meer, an Gebirgsseen, einen blauen Garde- 
See oder Achensee, den sclnvarzgriinen Walchensee, den lichtgrünen 
Kochelsee u. A. oder an schöne, so tief erscheinende Teiche. Das Ge- 
heimnissvolle der Farben des Wassers entsteht durch das Helldunkel, 
das von der lichten, beleuchteten Oberfläche in die Tiefe, so magisch 
Versclnvimmend, taucht. Oben so licht, drunten so dämmrigy das 
Dunkel dahinter  was mag da sein? fragt die Seele _und senkt sich 
träumerisch hinunter. 
Seiner Töne, des Sprudelns, Klingens, Rauschens etc. ist schon 
gedacht. Auch unsichtbar kann es (ladurch belebend wirken. Es ist 
bewegt für Gehör und Blick "lebendiges Wasser". 
Die Quelle dringt hervor, strebend, springend, sprudelnd. Sie ist 
Symbol des frisch vorqnellenden Lebens. Sie ist munter. Das Ueber- 
maass dieser Bewegung kann unter Umständen uns aber auch ge- 
Sßhwätzig, dann in seinem bei allem Wechsel ewigen Gleichmaass lang- 
Weilig werden. Sie ist wie ein Kind, das uns erfreuet, aber auf die 
Dauer ermüdet.  
Der Bach belebt gleichfalls und ziert namentlich durch schöne 
Windungen die Gegend. Als Giessbaeh in den ewigen kurzen Sprüngen, 
hastig sehiessend, um jeden Widerstand zornig schwellend, unaufhalt- 
Sam eilend, ist er ein Bild der Unruhe; ruhig Hiessend ist er sanft, mild 
durch seine glatte Oberiiäehe, drin sich Himmel und Ufer spiegeln. Der 
breite Fluss, der Strom, ist ein Bild der Grösse. Mächtig, belebend 
erscheint er, Menschen, Städte, Länder verbindend. Wohin? fragen 
Wir bei ihm, wie auch schon bei Bach und Quell. Unsere Seele lässt 
sich von seinen ewig weiter iliessenden Wellen dahintragen. Er weckt 
Weiterstreben, bei schwäicherem Eindruck Träumerei.  
An die Wasserfälle mit ihren Bogen, ihrem Getöse, ihren Massen, 
die dann zerschäumen, brauche ich nur zu erinnern, um das Gewaltige, 
die Wucht, die Energie und Unruhe darin vordie Seele zu rufenl Wie 
Uft ist nicht der ewige Sturz der niederschiessenden, tosenden Wasser 
mit der ewigen Vernichtung verglichen worden, der alles Lebendige 
entgßgengeht. Aber
        

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