Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1179005
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Die vier Elemente. 
eigener Bewegung; Cirrus, die gelockter Baumwolle gleichenden Wölk- 
chen (Schäfchen); Nimbus, die grosse, düstere, gewitterhafte, über 
weite Landbreiten sich hinwalzende Wolke; Paries dann die Wolken- 
wand am Horizont. 
Im Allgemeinen stimmt die klare und leicht bewegte Luft heiter. 
Bedeckte Luft, der ieinödige trübe Himmel drückt uns, ja kann schliess- 
lieh bleiernauf uns lasten. Schon dadurch, dass er das Licht schwächt 
oder nimmt, dass er das Leben der Gegenstände durch die Aufhebung 
von Licht und Schatten stört, raubt er um's das Wohlgefallen, wenn er 
nicht gerade als Wechsel nach allzulanger Heiterkeit des Himmels uns 
erfreuen sollte. 'Wolken im Wind machen leicht_unruhig durch den 
ewigen Wechsel der Gestaltungen. Sie können anregend, phantastisch- 
wohlgefällig sein, aber auch, wie gesagt, unruhigen, ja zerfahrenen, 
zerwühlten Eindruck machen, wenn sie in krausen, wirren, ausdrucks- 
losen Fetzen ziehen, wie z. B. häufig bei den milchigen Wolken des 
Föhn's zu sehen. Die Erhabenhcit des Cumulus, wenn er herrliche, 
vom Dunkel zum reinsten Weiss sich aufthürmende Massen bildet, ist 
bekannt. Die Wolke macht den Eindruck des Furchtbaren, wenn sie 
ihren luftartigen Charakter verliert und gleich feiner schweren, Ver- 
derben bringenden Decke sich über die Gegend lagert oder gleich einer 
undurchdringlichen Wand heranzieht. Hässlich wird die Wolke, wenn 
sie eintönig ist, ohne furchtbar zu sein, wenn jedes luftige, leichte Spiel 
der Formen ihr fehlt. Komisch kann sie sein durch die sonderbaren 
Gestaltungen, die sie wohl annimmt und durch welche sie die Phantasie 
herausfordert. Es ist, als 0b die, Natur sich in dem leichten Stoff ver- 
suche, ob sie Berg- oder Thiergestalten oder dergleichen wohl zu 
Stande bringen könne. Auf ihre Erscheinungen hinsichtlich der Farbe, 
also im Morgen- und Abendroth etc. kann ich hier nicht näher eingehen. 
Der Hinweis möge genügen. 
Eine Haupterschcinung des Feuers ist schon beim Licht behandelt 
worden. Dieses, die Farbe, die leichten, wallenden Bewegungen er- 
freuen uns. Die Form ist eine pyramidalisch emporstrebende. Die ver- 
schiedenen Farben und das Helle, Dunkle, Schmutzige derselben sind 
nach der Farbenlehre zu betrachten. Unheimlich kann das Feuer durch 
die Lant-losigkeit erscheinen; furchtbar wird es durch seine Zerstörungs- 
kraft, hässlich, wenn sein lichter, heller Glanz getrübt und beschmutzt 
erscheint. In sich zeigt die Flamme eine Art Gliederung durch die ver- 
schiedenen Farbenstufen; über wallende oder zaekige Umrisse kommt 
sie ausserlich noch nicht hinaus zu einer Formengliederung; sie bleibt 
in der Pyramide stecken. Die helle Flamme ist Symbol des Reinen, sich 
vom Irdischen Läuternden. 
Das Wasser zeigt flüssige Bewegung in geschwungenen Linien, 
den schon erwähnten Wellenlinien. Unbewegt bietet es einen glatten 
51319861 daf- Weiter entzückt es uns durch seine Empfänglichkeit
        

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