Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Populäre Aesthetik
Person:
Lemcke, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1177159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1178879
Licht. 
Sternenlicht, lNIondlicht. 
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Ordnung des Alls umgestossen zeigt und uns zuraunen will, dass ein 
Tlag kommen könne, wo (lief göttliche Ordnung aus den Fugen ginge 
und die Willkür und das Chaos über den Kosmos hereinbrechen 
könnten. 
Der feste Planet wirkt coneentrireniler in seinem ruhigen Schein. 
Es ist nicht mehr die vcrschwimnlende, zitternde Sehnsucht, sondern 
ein stiller, ruhiger, gleichmässigei- Zug, der uns zu ihm zieht. Stärker 
tritt dies hervor beim Mondlieht. Von seiner Sichel, die uns Planeten- 
eindruck macht, bis zum Vollmond verstärkt sich der Eindruck und 
veräiulcrt sich. Hinauf wenden sich unsere Blicke zu dem grossen, 
festen, den Himmel beherrschenden Lichtpunkt, der im ruhigen, ge- 
däirilifteirG-laiize dort oben wallt. Tag und Nacht sind gegen einander 
aufgehoben  vcrschwimmender Schimmer lagert dämmernd, nebel- 
halt über Himmel und Erde. Es ist Lichtfreude und Dunkelgefühl  
ein Verfliessen, Verdämmern mit tiefen Schatten darunter, ein [lebcr- 
leuchten und Beglänzen. S0 schwimmen wir selber in leise durch- 
einander Hiesseilden, träumerischen Gefühlen  
Füllcst wieder Busch und Thal 
Still mit Nebelglanz, 
Lösest endlich auch einmal 
Meine Seele ganz. 
Breitost über mein Gefild 
Lindernd Deinen Blick, 
Wie des Freundes Auge mild 
[Teber mein Geschick. 
Jeden Nachklang fühlt mein Herz 
Froh und trüber Zeit, 
WVandlc zwischen Freud' und Schmerz 
In der Einsamkeit. 
Dies gilt vom ruhigen Lichte des Mondes. Sehen wir aber seinen 
däunnrigen Silberblick auf bewegte Gegenstände fallen, so wird seine 
Weiche Ruhe zitternd unruhig. Welch ein Wechsel auf der Wasserfluth, 
welche Unruhe, wo er auf wehende Bäume scheint. Hier giebt das 
Nebelhafte, Unbestimmte mit dem überschnellen Wechsel Eindrücke, 
die sich vom Sonderbaren, Zauberischen, Feenhafteil zum Schauer- 
lichen, Gespenstischen steigern.  
Der Stern wirkt tröstend, Holihung erregend. Der volle Mond 
giebt Beruhigung, indem sein Schein uns vor dem Schlimmsten der 
Nacht sichert.  
 Die Nacht ist vorüber. Mond und Sterne erbleichen. Dämmerung, 
111 der Ungewissheit ihres Lichtes phantastisch, erfüllt die Welt. Am 
Himmel beginnen die ersten, lichten Vorboten des Tags. Ein Drängen, 
Sehnen nach dem, was da. kommt, wird wach. Durch die ganze Natur
        

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