Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1171119
LXXXII 
Carl Schnaasr-Ys Biographie. 
Dennoch 
Inusste 
selbst 
sich 
schliesslich 
der 
schmerzlichen 
Ueberzeugung fügen, das fortan solche Ausflüge und Studienreisen zu 
viele Gefahren mit sich brachten, und dass selbst die bis dahin stets 
durchgeführten Erholungsreisen und Kuraufenthalte im Sommer ein- 
geschränkt werden mussten. Rührend klingen in den Briefen der 
letzten Jahre die sanften Klagen über die stets abnehmende Lebens- 
und Arbeitskraft, über die geistige Vereinsamung und die körperliche 
Hinfalligkeit. Und dennoch bis zum letzten Augenblick ein unab- 
lässig treucs Schaffen, wenn es auch ein fortwährendes Ringen mit 
den schwersten Hemmnissen war. In der Isolirtheit des Wiesbadener 
Aufenthalts, fern von den Eindrücken und Anregungen grösserer 
Lebenskreise, war es dem Leidenden eine besondere Erquickung, 
wenn dann und wann Freunde und Fachgenossen zu vorübergehendem 
Besuch erschienen. Von grossem Werthe war für ihn, dass R. Kekule 
damals, allerdings nur für kurze Zeit, als Conservator der Antiken- 
sammlung nach Wiesbaden kam. Der Verkehr mit ihm war für 
Schnaase, wie er oftmals in Briefen aussprach, ein überaus werthvoller. 
Mir selbst war es Bedürfniss, so oft es die Verhältnisse gestatteten, 
bei ihm einzusprechen und die einst so häufigen Stunden wissen- 
schaftlichen und freundschaftlichen Austausches zu erneuern. In den 
letzten Jahren gestattete selbst das milde Klima Wiesbadens dem 
Leidenden nur selten noch im Winter einen Ausgang; meistens musste 
er Monate lang das Zimmer hüten. Es verging aber kein Winter 
wo ich nicht wiederholt zu kurzen Besuchen das liebe Haus betreten 
hätte, welches durch die zartlichste Sorgfalt ihm zum behaglichen 
Asyl gemacht wurde. War doch seine ganze Existenz ein Wunder, 
welches nur die sorglichste Gattenliebe zu bewirken vermochte, indem 
sie das theure Leben der stetig fortschreitenden Krankheit zum Trotz 
zu verlängern wusste. Doch hatte der letzte Winter durch rasch auf 
einander folgende Todesfälle geliebter Personen, namentlich seines 
alten Freundes Uechtritz, das zarte Gemüth Schnaasds aufs Heftigste 
erschüttert. Ende Januar war ich in Wiesbaden; um Ostern wieder- 
holte ich meinen Besuch und durfte mich noch einmal des Verkehrs 
mit 
diesem 
feinen 
und 
Geiste 
tiefen 
mehrere Tage 
hindurch 
erfreuen. 
Ich 
fand 
ihn 
trotz 
aller 
körperlichen 
Leiden , 
trotz 
mehrlnonatlichen
        

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