Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170959
LXVI 
Schnaasefs 
Carl 
Biographie. 
0b bloss in mir, in meiner Sünde Wernunft, Hochinuth. Menschen- 
furcht u. dgl.) oder auch in ihnen, und worin. Und da glaube ich 
denn den Grund darin zu finden, dass ihre Betrachtungsweise die 
Schrift nicht in das rechte Verhältniss zu der Offenbarung Gottes in 
der Natur und in der Vernunft stellt. Sie wagen es zwar nicht mehr, 
das „Cred0 quia absurdum est" auf ihre Fahne zu schreiben, oder 
die erasse Eingebungstheorie zu vertheidigen, und noch weniger be- 
kennen sie sich zur strengen Prädestinationslehre. Aber sie neigen 
sich zu alle diesem hin. Sie behandeln noch immer die einzelnen 
Schriftstellen wie unmittelbare göttliche Aussprüche, bei denen es 
nur auf vermeintlichen Wortsinn, nicht auf eine Erforschung des 
eigentlichen göttlichen Inhalts, unter Berücksichtigung der Persön- 
lichkeit des Sprechenden und der Umstände und Beziehungen, unter 
welchen der Ausspruch gegeben ist, ankommt. Sie sind noch immer 
geneigt, jedem, der sich dieser Auffassung nicht anschliesst, den 
Mangel an Glauben vorzuwerfen und ihn mit der Bemerkung, dass 
dieser "nicht Jedermanns Sache sei" und von Gott geschenkt werden 
müsse, zurückzuweisen. Das ist sehr einfach und bequem und gibt 
auch eine gewisse beneidenswerthe Energie, welche viele Opfer leicht 
macht und zu äussern Liebeswerken kräftigt. Aber es ist doch theils 
eine Härte (larin, welche sich entschliessen kann, ohne Weiteres den 
Andern den Glauben, ja selbst die Fähigkeit dazu, abzusprechen, 
theils eine Willkür. Sie erklären den schriftlichen Befehl Gottes für 
ächt und unzweifelhaft, schniühen jeden, der es für Piiicht hält, den- 
selben zu prüfen und bedienen sich am Ende seiner als einer auf 
sie gestellten Vollmacht. In einer Recension von Bunseifs „Zeichen 
der Zeit" (die ich übrigens keinesweges vertreten will) in der „Evan- 
gelischen Kirchenzeitung" war neulich gesagt: "Es genüge noch nicht, 
dass man Jesus Christus als den Sohn Gottes und als unsern Erlöser 
und 
an erkenne; 
Ernstes 
Heiland alles 
der Rationalist. 
auch 
könne 
das 
Darin liege der Unterschied, (lass diesem diese Erkenntniss, wie alle 
andere Erkenntniss, zu Theil werde, während sie dem Gläubigen die 
einzige sei."  Nun in diesem Sinne bin ich auch entschieden Rationalist. 
Ich würde es für Nennessenheit halten, wenn ich behaupten wollte, 
dass ich zu Trajaifs oder selbst Constantiifs Zeiten ebensowohl ein
        

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