Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170943
Schnaasds Biographie. 
Carl 
LXV 
aber nichts Ahstractes, in eine feste Formel Gebanntes. Sein edler 
Geist, der alle Tiefen des Wissens durchmessen hatte, fühlte sich 
doch allein glücklich und heimisch in dem Bewusstsein des innigsten 
Zusammenhanges mit Gott, dessen lebendiges Walten er in den Ge- 
schicken des Einzelnen wie der Menschheit erkannte. Nichts lag 
ihm ferner als Zelotismus und die fanatische Orthodoxie der Wort- 
gläubigen. Sein ganzes reines Leben war ein Gottesdienst, sein 
tiefstes Herzensbedürfniss der innigste Zusammenhang mit der christ- 
lichen Gemeinde in der Lauterkeit evangelischer Gesinnung. Denn 
so häuiig in den romantischen Strömungen seiner Jugendzeit die 
Hinneigungen zum Romanismus waren, seine klare Ueberzeugung 
wurzelte ohne Wanken in dem protestantischen Bekenntniss. Dess- 
halh nahm er auch den wärmsten Antheil an der Entwicklung der 
kirchlichen Verhältnisse, sein Verkehr mit Männern wie Bethmann- 
Hollweg, Uechtritz, Grüneisen drehte sich hauptsächlich um die mit 
Eifer von ihm verfolgten Zustände der evangelischen Kirche. Wenn 
er dabei weit entfernt war von den Strömungen des Rationalismus 
und den Bestrebungen der Reformer, so trat er mit nicht minderer 
Bestimmtheit der Anmaassilng einer starren, wortklaubentlen Ortho- 
doxie entgegen. Er war der Ansicht, dass diese zelotische, einseitige 
Richtung der Wahrheit des kirchlichen Lebens weit empfindlicheren 
Abbruch thue, als alle oppositionellen Bestrebungen es irgend ver- 
möchten. Auch hier bewährte sich die Milde eines im tiefsten 
Herzensgrunde gläubigen, 
erkennenden Gemüthes. 
das Wesen 
des 
Christenthums 
der 
Liebe 
Um seine religiösen Anschauungen etwas klarer zu beleuchten 
möge ein Brief an Uechtritz hier eingefügt werden: „Ich habe mich 
in diesen Zeiten der Einsamkeit viel mit religiösen Fragen beschäftigt, 
die ich gern mit Dir besprache, freilich würde das schriftlich zu 
weit führen, indessen will ich doch versuchen, 0b ich Dir, dem ein- 
gehenden und meine Ausdrucksweise so genau kennenden Freunde, 
über Einiges verständlich werden kann. Es kam mir zunächst. darauf 
an, mich mit den s. g. Frommen auseinander zu setzen, mich zu 
prüfen, woran es eigentlich liegt, dass ihre Weise, obgleich ich Warme 
des Glaubens und der Liebe bei ihnen anerkennen muss, mich abstösst, 
Schnaasäs Kuustgesch. VIII. e
        

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