Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1176940
Loreuzo und 
Spirito. 
581 
und mit Tonnengewvölben bedeckt, in S. Spirito halbkreisförmig, aber 
nur in der lilauerdicke, so dass das Aeussere auch hier eine gerade 
lilauei" bildet. Auch der Chor hat keine hervortretende Rundung, 
sondern ist in beiden Kirchen geradlinig geschlossen. Der strenge 
Sinn unseres MeisterS Statuirt im Aeussern nur entschiedene Formen, 
entweder Centralbau oder rechtwinklige Mauern. Auch die Verhält- 
nisse der Höhe sind höchst regelinässig. Die Höhe des Mittelschiffs 
ist gleich der doppelten Breite 
desselben, die Höhenverhältnisse Flg- 54- 
der einzelnen Theile geben mehr-  
fache, anregende Beziehungen.   
Die Scheidung der Schiffe erfolgt  d p_  
durch monolithe korinthische  .  
Säulen, die ZWM" nicht mehr, wie  ll H  
an der Capelle der Pazzi, durch    _ 
gerades Gebälk, sondern durch   H   i 
Halbkreisbögen verbunden sind,     
doch so, dass diese nicht un-  n" '  
mittelbar von dem Capitäl, son-      
dern erst von dem Gesiins eines     
dem Capitäl aufgelegten, aus allen I  I   
(im Theilen des Gebalkes be-     
stehenden Aufsatzes aufsteigen. 35'   
Es ist nicht zu ZWGifBlI], dass nn- ' n   
serem lileister dabei die gleichen  zl   
Gebalkstücke in den Thermen '  _   
Diocletians und in der Basilika  i    
Constantins vorschwebten; aber i   
schwerlich war es blosse Nach- " ' Q   
ahmungssucht oder eine pedan- EHE-HELL .1 
tische Rücksicht auf die antike    He'll" 
Tradition, welche ihn dabei be- Grunhiss von s_ Spimo, 
stimmte, sondern mehr der Wunsch, 
eine schlankere Höhe der Stützen zu erlangen, ohne gegen die Ge- 
setze der Säulenordnungen zu verstossen, und das Aufsetzen des 
Gewölbanfanges besser zu inotiviren. Dagegen giebt er dann über 
den Arcaden ein breites, dreitheiliges Gebälk mit stark proiilirtem 
Architrave, welches, der Pilasterhöhe unter der Vierung entsprechend, 
an den Langwänden fortgesetzt ist und hier das obere und untere 
Stockwerk kräftig begrenzt. Wie in der Vorhalle an der Oapelle 
der Pazzi, sind auch in S. Lorenzo den freistehenden, glatten Säulen
        

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