Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170908
Carl 
Biographie. 
Schnaasefs 
LXI 
forschten in (lurchsichtiger, geist- und seelenvoller Darstellung schil- 
dern, wie Schnaase gethan, das ist fortan das Ideal für jeden Nach- 
strebenden geworden. Ohne der zünftigen Gelehrsamkeit anzugehören, 
hat Schnaase in seinem grossen Werke eine wissenschaftliche That 
vollbracht, auf welche Deutschland stolz sein darf; ohne die Kunst- 
geschichte zu seinem ofliciellen Lebensberuf zu machen, hat er eine 
Sehule herangebildet, die in ihm ihren Meister verehrt. Wer in etwas 
'l"iefere1n, als in bloss technischen Untersuchungen, das wahre Wesen 
der Kunstgeschichte erblickt, wer in den Kunstwerken die Zeugnisse 
des ringenden Menschengeistes, die Documente seiner höchsten In- 
spirationen und Offenbarungen erkennt, der verdankt diese An- 
schauungen dein mächtigen Einfluss des Schnaaseschen Werkes. Wohl 
mag eine Zeit lang diese ideale Auffassung durch die realistische 
und atolnistische Strömung der Gegenwart zurückgedrängt werden. 
Ihre Wahrheit behält sie aber doch, und nach dem unabweislich noth- 
wendigen Durchgang durch eine überwiegend kritische Epoche wird 
sich schon wieder ein Baumeister finden, der mit ähnlich genialer 
Kraft 
das 
Einzelne 
Zll 
einem 
Gesannntplan 
Zll 
verbinden 
weiss. 
Wollte 
111 ELI] 
111111 
aber 
wähnen, 
habe 
Schnaase 
jener 
kri- 
tischen Ader gefehlt, 
einzelnen 'l'hat.szmchen 
welche zur Ermittlung und Feststellung der 
erforderlich ist, so würde man schwer irren. 
In cien ersten Bänden seines Werkes, 
classische Alterthuni IIIIIfELSSGD, konnte 
diese Seite seines Geistes noch nicht 
welche das orientalische und 
nach dem Plan seiner Arbeit 
zur Geltung kommen. Denn 
hier wrar es ihm darunl zu thun, die allgemeinen Ideen darzulegen 
und dieselben aus der Fülle des überlieferten und durch lange kritische 
Forschung gesichteten Stoffes zu illustriren. Wie damals die philo- 
sophireiule Betrachtungsweise überwog, musste sie auch bei ihm die 
herrschende sein. Dennoch ist es sehr beachtenswerth, dass er sich 
von jenem aprioristischen Konstruiren ferne zu halten wusste, welches 
die philosophische Betrachtung, namentlich unter einem System wie 
das HegePsche, gar leicht zur Folge hat. Noch ganz anders verhielt 
es sich beim Betreten des mittelalterlichen Bodens. Hier stand die 
Ihrschung noch überall im 
Nlaterial erst herbeigeschafft, 
ihrer Arbeit; 
gesichtet und 
Beginn 
kritisch 
hier musste (las 
geordnet werden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.