Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170895
LX 
Schnaasds 
Cax-l 
Biographie. 
vorbereitet. 
Die 
Arbeit 
wurde 
ihm 
immer 
lieber, 
obgleich 
sie 
bei 
der 
Weitläuügkeit 
des 
Stoffes 
und 
Schnaasds 
beschränkter 
Zeit 
Illlf 
langsam fortschritt. Hinterher erhöhte Kuglefs Buch seinen Muth 
eher, als es ihn schwächte; es war ihm allmälig ganz klar, dass er 
etwas ganz Anderes, in seiner Weise Anregenderes geben konnte. 
Die folgenden Bände hoffte er in jährigen Zwischenräumen heraus- 
kommen zu lassen, ihre Zahl schlug er damals noch auf drei an. 
Gegenüber jener kritischen, sarnmelnden und sichtenden Thiitig- 
keit, welche die unabsehbare Fülle des Einzelnen an einen Faden der 
Entwicklung reiht und damit nothwendig eine formale, rein artistische 
Betrachtungsweise zum Ausgangspunkt nimmt, bleibt Schnaase der 
in den "Niederländischen Briefen" eingeschlagenen Richtung treu und 
sucht mit tiefem, geschichtsphilosophisehem Geiste die Erscheinungen 
des Kunstlebens "aus den physischen und geistigen, sittlichen und 
intellectuellen Eigenthümlichkeiten der Völker abzuleiten und den 
Prozess der Durchdringung des Kunstlebens mit den sonstigen Lebens- 
elementen aufzuzeigen."  „Die Kunst", so heisst es eben dort, „ist die 
centrale Thätigkeit der Völker, in welcher sich alle Bestrebungen 
und Gefühle, Geistiges, Sittliches und Materielles, am innigsten be- 
rühren und sich begrenzen. Sie gibt daher selbst die Mittel an die 
Hand, um die Richtung und Kraft dieser einzelnen Potenzen abzu- 
111885611 
und 
bestinnnen." 
In diesem Sinne durchgeführt, musste Schnaases Werk eine will- 
kommene Ergänzung zu Kuglefs Handbuch werden; je weiter es aber 
fortschritt, desto höher wuchs mit dem Stoff die Kraft des Verfassers, 
und so schuf er uns ein Muster tiefsinniger Geschichtsbetrachtung, voll- 
kommener Beherrschung des Stoffes und lebensvoller Darstellung, in 
welcher ruhig abwägender Verstand mit warmer nachenipfindender 
Phantasie harmonisch zusarnmenüiesst. An diesem llleistersverlz der 
Forschung 
haben wir 
und 
alle 
Behandlung haben die nachwachsenden Generationen, 
ohne Ausnahme unsere hohe Schule (lurchgelnacht. 
S0 
das 
Einzelne 
betrachten 
und 
im 
Lichte 
des 
Ganzen 
auffassen, 
in den sinnlichen Erscheinungsformen die ewigen Ideen des Schönen 
und Wahren erkennen, so aus dein tiefsten Bern geschiehtsphilo- 
sophischer Anschauungen schöpfen, so endlich die Summe des Er-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.