Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1176771
564 
Brunellesco. 
Filippo 
hundert sich jugendlich frisch geregt hatte, war erschöpft; es bildete 
sich ein Compromiss des Alten und Neuen, auf welchem die Welt 
nun eine Zeit lang ruhete. 
Zweites 
Capitel. 
Filippo Brunellesco. 
Filippo di Ser Brunellesco oder Brunelleschil), einer der be- 
deutendsten Baumeister aller Zeiten, Begründer der italienischen Re- 
naissance und zugleich ein anziehender, energischer Charakter, kann 
als Prototyp italienischer Künstlernaturen gelten. Seine Lebens- 
geschichte ist uns verhältnissmässig gut bekannt, da wir eine Bio- 
graphie besitzen, welche schon etwa 25 Jahre nach seinem Tode, 
und zwar von einem Ungenannten, der ihn selbst gekannt und ge- 
sprochen zu haben versichert, verfasst ist. Sie liegt, wie sich durch 
Vergleichung ergiebt, der des Vasari zum Grunde, der sie nur nach 
seiner Weise mit Anekdoten geschmückt und durch Vermuthungen 
erweitert hat. 
Filippoz), zu Florenz im Jahre 1377 geboren, war der Sohn eines 
angesehenen, vielfach in Geschäften des Staates zugezogenen Notars, 
und durch seine Mutter mit vornehmen florentinischen Familien ver- 
wandt. Als Knabe erhielt er den nach damaliger Sitte zu gelehrten 
Studien einleitenden Unterricht, zeigte aber frühe entschiedene Neigung 
zur Kunst, so dass sein Vater einwilligte, ihn zu einem Goldschmied 
in die Lehre zu geben. Wie bei vielen anderen seiner Zeitgenossen 
wurde dies vielseitige Gewerbe auch für ihn die Vorschule für höhere 
Kunstleistungen. Schon als Jüngling wurden ihm an dem berühm- 
ten, reich ausgestatteten Altar des heiligen Jacobus im Dome zu 
1) Die Herausgeber des IIasari-Lemonnier scheinen (V01. I, 193) nur die erste 
Schreibart des Namens für richtig zu halten und das mag nach juristischer Strenge 
begründet sein. Die Grossmutter unseres Meisters hatte dem altadeligen Hause 
de' Brunelleschi angehört, bei seinem Vater, dem Notar, war es eben nur ein 
Beiname. Allein auch in den gleichzeitigen öifentlicben Urkunden, z. B. in den 
die Domkuppel betreffenden, vom 16. April und 29. December 1419 und 4. Fe- 
bruar 1425, sowie in der vom 19. Juni 1421 (Gaye, I, 547) kommt wiederholt 
die Form Brunelleschi vor, so dass diese, welche Vasari gebraucht, ebenfalls nicht 
unberechtigt ist. 
2) Moreni, Vita di Filippo di Ser Brunellesco, scritta da Filippo Baldinucci, 
con altra piü antica di anonimo contemporaneo scrittore, Firenze 1812. VaSaPi 
ed. Lemonnier, V01. III, p. 193. Abbildungen der Sculpturen bei Cicognara, Storia 
della Scultura, II, tab. 5 und 20, der Bauwerke in La Metropolitana Fiorentina, 
Molini 1820, Agincourt, Archit., tab. 50, und besonders die Bauwerke der Re- 
naissance in Toscana, herausg. von Gnauth, Paulus und H. v. Förster, Wien 1867 ff.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.