Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170872
LVIII 
Carl Schnaasäs Biographie. 
seines Gemüthes eben so sehr, wie die Schönheit der italienischen 
Natur auf's Herrlichste offenbarte. Er ward Schnaasräs Hausgenosse, 
und seine einfache, wortkarge, aber tiefe und treue Natur that ihm 
wohl. Das gemeinsame Leben löste sich jedoch schon im Frühjahr 
auf die erfreulichste Weise, als Schirmer sich mit einer Cousine von 
Frau Schnaase, Fräulein v. Bardeleben, verheirathete. 
Auch zwei jüngere Hausgenossen forderten in dieser Zeit Schnaases 
Theilnahme und genossen seine geistige Leitung, wie der mütterlichen 
Sorge seiner Frau. Zwei junge Grafen z.  wurden im Jahre 1839 
freundlich in der Schnaaseschen Familie aufgenommen, und genossen 
bei ihrem ersten Austritt aus dem Elternhause Schutz und Halt. 
Schnaase verstand auch der Jugend nahe zu kommen, wusste es ihr 
bei sich wohl sein zu lassen, und überwachte väterlich die jungen 
Leute, welche seine Frau auch schon in deren Elternbause in Süd- 
deutschland kannte und liebte. 
Nachdem Schnaase im Sommer 1841 mit seiner Frau deren 
Familie an der Weser besucht und einen längeren Aufenthalt im 
Harz bei der Gräfin gemacht, nahm er im Herbst kräftig die 
Kunstgeschichte wieder auf und war mit grosser Lust und Leich- 
tigkeit dabei beschäftigt. Er überarbeitete die Geschichte der 
griechischen Kunst und blieb bei seiner Aufgabe, trotz vieler 
störender Geschäftsunterbrechungen und der Rücksichten, die seine 
stets zarte und reizbare Gesundheit ihm aufnöthigte. Ein kleiner 
Freundeskreis genoss den Vorzug, dass Schnaase ihm in abendlichen 
Zusammenkünften das Manuscript des ersten Bandes mittheilte, als 
es aus lange angesammeltem Material fertig zusammengestellt war. 
Es war Schnaase Bedürfniss, sich von dem Klange der Sachen 
zu überzeugen und Bemerkungen zu hören; auch wollte er bei diesen 
Vorlesungen erproben, ob sein Buch für empfängliche Laien verständ- 
lich sei, namentlich sehen, welchen Eindruck die philosophische Ein- 
leitung machen würde. Ihrem Gedankengang zu folgen, waren auch 
die Frauen wohl fähig und sie nahmen die Richtigkeit der Erklä- 
rungen, z. B. über den Begriff der Schönheit, mit gläubigem Vertrauen 
auf. Unter den Männern dagegen, namentlich von Seiten Uechtritz 
und Wiegmanrrs, traten manche Bedenken hervor, die zu interessanten
        

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