Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170850
LVI 
Schnaasds Biographie. 
Carl 
gewohnter Weise. Zwar trat das Schadosißsche Haus durch wachsende 
Kränklichkeit des Hausherrn, die auch zu einer längeren Reise nach 
Italien führte, mehr zurück, aber dafür schloss sich mancher neue 
Freund an das Schmasxrfsche Haus an. Unter den Malern besonders 
Steinbrück und Schirmer, ferner der talentvolle, zu früh verstorbene 
Architekt Rudolf Wiegmann, der die verständnissvollste Theilnahme 
für Schnaases Kunstauffassungen hatte. Auch der Divisionsprerliger 
Monje, ebenfalls früh verstorben, gehörte durch sein reges geistiges 
Wesen in diesen Kreis. Uechtritz', später Immermztnns Verheirathung 
brachte neue Elemente empfänglichei" Art in denselben. Das freund- 
schaftliche Verhältniss zu Frau v. V., der mütterlichen Freundin seiner 
Frau, und ihrem Hause blieb dasselbe, wie die Freundschaft mit der 
v. Sybelschen Familie. Die Zeiten der Anfänge waren vorüber, das 
Theater unter Immermanns Leitung hatte aufgehört, man sprach von 
Manchem als vergangen; aber wer neu hinzutrat, fühlte doch, dass die 
Künstler auf der einen Seite, und Männer, wie Schnaase, Iminermann, 
Uechtritz, auf der anderen dem Leben ein besonderes geistig aristo- 
kratisehes Gepräge gaben. 
Schnaases schriftstellerische Arbeiten gingen langsam fort. „Zu 
Kleinem habe ich keine Lust", schrieb er, „und das Grosse wird bei 
den vielen Unterbrechungen und der Schwierigkeit, welche diese junge, 
nach allen Seiten täglich sich erweiternde Wissenschaft macht, fast 
unausführbar." Aber er liess nicht davon, und von Stufe zu Stufe 
rückte 
die 
Arbeit 
weiter. 
Während des Winters 1839- 
-4O las Schnaase in dem Verein derMaler 
die „Divina connnedia" vor, meist in der Uebersetzung von Streckfuss, 
einige Male nach Kannegiesser. Er begleitete jeden Gesang mit einer 
Erläuterung, und gab ain Schlusse noch eine gedrangte Uebersicht. 
Dabei hob er das Moralisch-Allegorische besonders heraus und arbeitete 
sich tiefer in das ihm schon werthe Gedicht hinein. Neben der Freude, 
einen Kreis theilnehmentler, empfänglicher Zuhörer zu sehen, hatte 
er selbst durch das Gedicht einen grossen Genuss. „Es war", sagt 
er, "wie eine Freundschaft mit dem edlen, liebevollen und tiefen Geiste 
des Dichters, so dass mein Leben eine Lücke fühlte, als das Buch 
beendigt war."
        

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