Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1176349
Erstes 
Capitel. 
Historische 
Einleitung. 
Auch Italien WEIJQAWIB Deutschland, von einer grossen, das 
ganze Jahrhundert hindurch steigenden geistigenmldewegung ergriffen. 
Aber diese Bewegung war ganßällßlßrcr, fast entgegengesetzter Art; 
nicht ungewiss und suchend, sondern sich ihres Zieles bewusst, nicht 
demüthig und formlos, sondern voller Selbstgefühl undanach schönem 
Scheine strebend, nicht bürgerlich, sondern eine geistigeuaristokratie 
bildend, die sich der weltlichen gern gleichstellte oder anschloss. 
Der Uebergang ausüdem Mittelalter, bei den nordischen Völkern mit 
harten Kämpfen verbunden, machte sich hier leicht, fast spielend. 
Das kirchliche System, mit dem dort das ganze geistige Leben ver- 
wachsen war, hatte hier nur die Oberfläche berührt; die Kräfte und 
Eigenschaften, deren die neue Zeit bedurfte und die sich dort 
erst allmälig heranbildeten, Individualität und lflaßtngalismus, regten 
sich hier schon lange. Jene Völker waren bei dem Verfall des 
alten Systems nur auf eine ungewisse, neue Gestaltung angewiesen; 
Italien allein hatte eine grosse Sjgrvzueit, zu der es sich zurückweuden 
konnte. 
Wir wissen ja, dass diese Vorzeit hier niemals ganz vergessen 
war; selbst in den dunkelsten Jahrhunderten hatte sie sich, wenn 
auch oft nur als lächerlicher Ahnegätglz oder gespenstischer Spuk, 
im grellen Oontrast gegen die dürftige Gegenwart, geltend gemacht. 
In den besseren Tagen, obgleich das Land sie dem ausgebildeten 
mittelalterlichen Systeme verdankte, hatten auch die Bilder rles Alter- 
thums frischere Farben gewonnen. Aber man fühlte noch keinen 
Gegensatz. "Selbst Dante, dessen gewaltiges Werk die grossen
        

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