Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170836
LIV 
Schnaasefs Biographie. 
Carl 
der 
Kunst 
in 
neue 
Bahnen 
lenken 
und 
unter 
110110 
Gesichtspunkte 
stellen sollte. 
Der Sommer 1835 führte Schnaase an die See, während seine 
Frau wieder in Ems Kraftigung suchte. Der Aufenthalt in Scheve- 
ningen that ihm gut, das Meer erschien ihm auf's Neue wunderbar, 
aber die Trennung von seiner Frau liess ihn nicht voll zum Genuss 
der Schönheiten gelangen, die sich ihm boten. 
Auch wollte ihm im Haag kein rechtes Verhaltniss zu den Bildern 
kommen, bei denen ihm nicht gerade angenehm entgegentrat, dass 
sich in den Niederländischen Briefen manche Irrthümer in seine Be- 
schreibungen eingeschlichen hatten. Die modernen Bilder kamen ihm 
etwas besser vor, als früher, weil er besser mit neuen Malereien 
bekannt geworden, manches Einzelne davon schätzen konnte, was ihm 
sonst bei mangelndem Eingehen verloren ging. Durchweg schienen 
sie ihm aber hinter den Düsseldorfern zurückzustehen. 
Zu Anfang des Jahres 1836 wurde Schnaase zum Oberprocurator 
ernannt, eine wesentliche Verbesserung seiner äiusseren Lage, die ihm 
jedoch auch eine viel grössere Arbeitslast auferlegte. Das Geschäft 
war ihm nicht unangenehm, es führte mehr in die Sache hinein, aber 
er fand noch weniger MHSSG, als bisher, seine "Kunstinteressen zu 
verfolgen. 
Trotzdem folgte er in diesem Jahre noch seinem Bedürfniss 
nach neuen kunsthistorischen Anschauungen, verwandte seine Ferien 
zu einer Reise durch das Elsass nach Basel und Bern, und ging von 
da über Luzern und den Bodensee nach Nördlingen und Nürnberg. 
Diese Route verschaffte ihm die Kenntniss von sehr vielen einzelnen 
Monumenten der oberdeutschen Kunst, namentlich von den Haupt- 
Schöpfulngen der Malerei des 15. Jahrhunderts, für welche er ein 
stets wachsendes Interesse empfand. Bei seiner ganzen Richtung, die 
auf das Geistige, Innerliche zielte, waren ihm jene Kunstepochen die 
liebsten, in welchen die Ideen und Empfindungen noch im Kampfe 
mit der Form liegen. Wo die vollendete Herrschaft über Form und 
Technik sich einstellt, da trat für seine in's Wesen der Dinge 
dringende Betrachtung schon eine Einbusse am innerlichen Gehalt zu 
Tage. Desshalb weilte er mit besonderer Vorliebe im Mittelalter und
        

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