Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170797
Carl 
Schnaasds 
Biographie. 
Stellung erlangt hatte. Dass es aber ein zweideutiger, von Eitel- 
keit und anderem Falschen nicht völlig reiner Schritt wiire, in spä- 
teren Jahren einen Beruf, dem ich nun einmal angehöre, zu ver- 
lassen und mir eine, sogar meinem inneren Berufe Iiach, geschweige 
denn der äusseren Wirksamkeit nach, unsichere iiussere Stellung zu 
schaffen, konnte ich mir nicht verbergen. So schwankte ich lange 
und in der letzten Zeit wieder am stärksten, da ein Freund, in ähn- 
licher Lage wie ich, mein hlissbehagen steigerte. Endlich aber nahm 
die Entwickelung bei mir eine andere Richtung, die ich am besten 
als eine religiöse bezeichne. Ich fühlte, dass es mir eigentlich auf 
die Wissenschaft, in dem objectiven, aber auch einseitigen Sinne 
derer, die sich ihr ganz widmen, nicht ankomme, sondern dass mein 
Ziel eigentlich ein ganz subjectives  und eben deshalb objectiv allge- 
meineres und vages ist; ein religiöses insofern, als es nur meine 
eigene Beruhigung, meine Versöhnung mit Dingen, die ich weder 
unbedingt annehmen, noch verwierfen konnte, bezweckte. Diese An- 
sicht hat mich erst recht einig mit mir selbst gemacht und mich von 
dem Schwanken befreit, das periodisch mich völlig zu zerstören drohte. 
 Ich brauche Dir nun den Schluss nicht zu ziehen, wie bei dieser 
Ansicht die Feststellung meiner ausseren Verhältnisse, eine eigene Haus- 
lichkeit, mir keine gefährlichen Fesseln, sondern wünschensiverthe Er- 
leichterungen des Lebens, ihre tiefere Bedeutung abgerechnet, erscheinen. 
Du wirst aber auch leicht verstehen, wie bei dieser Ansicht ich 
eine innere Ruhe gewinnen konnte, die lange fehlte. 
Mein wissenschaftliches Treiben nach der italienischen Reise 
beruhte eigentlich auf dem Gefühl, dass durch die Kunst mir die 
innere, religiöse Versöhnung werden würde, deren ich bedurfte. In 
dieser Erwartung habe ich mich auch nicht getauscht; durch die 
Art, wie ich die Kunst kennen und verstehen gelernt habe, ist mir 
die Geschichte in ihrer vollen Leiblichkeit erst recht klar geworden 
und durch sie auch die religiöse Befriedigung. Meine Arbeiten sind 
also wenigstens nicht verloren. Sie haben mir aber auch manche 
äusserliche Frucht gegeben. Die nächste ist meine gegenwärtige 
Thätigkeit für die bildende Kunst, die mir zwar nicht wenig Zeit 
kostet, aber auch belohnend ist, weil etwas dadurch entsteht. Lass
        

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