Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175769
Wandmalereien in schwäbischen Orten. 
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Auch an andern Orten sind noch mehr oder minder bedeutende. 
Wandmalereien oder Spuren derselben erhalten; so in Göppingen 
schon von 1449,- leider ganz übermalt, dann im Dom zu Constanz 
ein grösseres und vortreffliches Wandgemälde, Christus am Kreuze 
nebst mehreren Heiligen und knieend ein lillarkgraf von Baden und 
ein Bischof Otto  1451), daselbst in der Sylvesterkapelle die Ge- 
schichte Christi mit dem Weltgerichte von 1472, etwas decorativ 
ausgeführt, aber nicht ohne Verdienstl); ferner in Lorch in der Grab- 
kirche der Hohenstaufenä), in Denkendorf im Kloster zum heiligen 
Grabe im Kreuzgange und in der Kryptaß), in Lindau in der ehe- 
maligen Peterslzircheßf), alle diese aus der zweiten Hälfte des XV. 
Jahrhunderts. Endlich ist in der eben erwähnten Katharinenkirche 
zu Schwäbisch-Hall ein grosses Wandgemälde der Kreuzigung mit 
etwas steifen Figuren, aber ausdrucksvollen Köpfen und reicher land- 
schaftlicher Anordnung, ohne Zweifel ebenfalls aus dieser Zeit, auf- 
gedecktä). 
Als ein Beispiel klösterlicher Miniaturmalerei istx das schöne 
Breviarium aus Kloster Salem am Bodensee in der Bihliothekzu 
Ileidelberg zu erwähnen, das nach seinen ausführlichen Inschriften 
schon vor 1494 angefangen und durch Mönche reich mit Miniaturen 
verziert ist, die, obgleich die Inschrift sie "mystische Figuren" nennt, 
doch mehr eine spielende Frömmigkeit oder sogar einen kecken 
Humor verrathen. Bemcrkenswerth ist besonders das Bildchen bei 
der Geburt Christi, welches gleichsam einen Triumph in der Kinder- 
welt zeigt, das Christkind spazieren gefahren von Engeln, die es 
mit Trommeln und Pfeifen, mit Steckenpferden und Fähnchen be- 
gleitenß). Der Styl nähert sich in den späteren Bildern schon dem 
Dürefschen. x 
Auch in Bayern, wie in Schwaben, war die vorige Epoche der 
Kunst nicht vortheilhaft gewesen; die Kämpfe Ludwigs um die 
Kaiserkrone, die spätern wiederholten Erbtheilungsstreitigkeiten im 
herzoglichen Hause hatten das Land in Unruhe und Spannung er- 
 
Dürefs Einfluss erfahren hat, anzugehören V   
   gl. Grunelsen im K B1 1 
b. 98 wo auchchead 1'h'    840 
schriäben sind. n ern sog e1c 1m Texte zu erwahnenc1en Wandmalereien bei 
1) NVaagen im Kunstbl. 1848, S. 245 ff. 
9) Fernbaqh im Kunstbl. 1847, S. 94. 
3) Grüneisen im Kunstbl. 1840, S. 414.   
 D. K. B1. 1855, S. 362. 
5) Merz im Christl. Kunstbl. 
G) Waagen K. W. u. K. in Deutschl" d I1. S. r  
Zeiger etc. 18671, Nr. G. "-11 1 386. VS attenbach 1m An-
        

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