Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175724
Dem 
verwandte 
Zeitblom 
Schwaben. 
Gemälde 
459 
Beziehung zu Zeitbloni, dass man ihre Urheber für seine unmittel- 
baren Schüler halten möchte. Dahin gehören zwei grosse Tafeln 
init dein Tode und der Krönung Maria in der Sammlung des Grafen 
von Würteinberg zu Burg Lichtenstein bei Reutlingen, die aus Rotten- 
burg stammen sollen, und in den geradlinigen Falten, sowie in den 
Gesichtszügen an Zeitblom erinnern, aber alterthümlicher scheinen 1). 
Eine ganze Reihe solcher Bilder waren in der Abefschen Sammlung, 
so zwei aus dem Kloster Roggenburg (Maria und Magdalena, Jo- 
hannes Ev. und St. Helena), welche einigen Bildern aus der Ge- 
schichte des Täufers in Blaubeuren nahe stehen, zwei aus Kloster 
Urspring (St. Katharina und St. Barbara), endlich zwei aus der Gegend 
von Kirchheim unter Teck Scenen aus der Legende des heil. Georg 
und [jetzt unter Nr. 430 und 432 in der Königlichen Gemäldesamm- 
lung zu Stuttgart] eines andern ritterlichen Heiligen darstellend. Hier 
nennt sich denn auch der Maler und zwar auf dem Brustsaume der 
weinenden, ihrer Befreiung harrenden Prinzessin des St. Georg mit 
den Worten: Memento Salntis .  . Auctor C. Vosg). Die Körper- 
verhältnisse sind oft unrichtig, die Zeichnung ist überhaupt so schwach, 
dass ungeachtet der sehr inassigen Bewegungen die Beine der Fi- 
guren arg verrenkt sind. Aber die Farbe ist kräftig, die Model- 
lirung sehr sorgfältig, und die Köpfe haben in der Innigkeit und 
milden Anmuth, die Körper in der allerdings etwas übertriebenen 
Länge die grösseste Verwandtschaft mit Zeitblom. [Manches erinnert 
auch an Holbein Vateix] Andere diesen verwandte Bilder sind noch 
in der Klosterkirche zu Murhard, im Frauenkloster zu Hegbach bei 
1) E. Förster in den Denkmalen Band lI. 3. giebt die Abbildung des Todes 
der Maria. Sie ist wie in der schwäbischen Schule gewöhnlich neben dem Bette 
knieend und in sich zusammensinkend. 
i) Die Abbildungen beider Tafeln (jede 6 F. hoch, 5 F. 8 Z. breit) bei Förster 
a. a. O. Bd. II. Abel. sowohl wie Förster halten beide Tafeln für Momente aus 
der Georgslegende, und dieser hat sich sogar mit einem gelehrten Anlaufe be- 
müht, die zweite Scene, wo nämlich ein ritterliclier Heiliger zwei gekrönten Häup- 
tern Vorhaltungen macht, während gleich daneben Christen verfolgt und gemordet 
werden, aus jener Legende zu erklären. Er selbst bemerkt aber, dass beide Bilder 
nur die auseinandergesägten Seiten einer und derselben Tafel seien, und mir ist 
kein Fall bekannt, wo dieselbe Legende, welche auf der Innenseite vorkommt, auf 
der Aussenseite fortgesetzt wäre. Auch sind die beiden Ritter auffallend ver- 
schieden gekleidet, was, wenn sie dieselbe Person darstellen sollten, gegen das 
Interesse des Malers und gegen das stets beobachtete Herkommen sein würde 
Die Inschrift scheint ungeachtet der ungewöhnlichen Bezeichnung: Auctor, der 
ebenso ungewöhnlichen Abkürzung des Vornamens und des niederdeutschen Namens 
acht zu sein.
        

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