Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175705
Sammlung Hirscher. 
Meister der 
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sonen in Menschengestalt, der heil. Geist als Taube (largestellt ist. 
Dies Alles auf Goldgrund. Auf den Aussenseiten (die jetzt abgelöst 
sind) hier die Verkündigung im Zimmer, dort die Heimsuchung 
mit landschaftlichem Hintergründe. Auf einem Steine im Vorder- 
grunde des Mittelbildes steht jene Jahreszahl hinter den Anfangs- 
buchstaben C. W., welche nach der Muthmassung des Couservators 
Eigner in Augsburgl) den Augsburger Maler Claus Wolf Strigel, einen 
Schüler Hans Holbein's des Grossvaters, bedeuten sollen. [Von Claus 
Strigel aus Memmingen befinden sich zwei bezeichnete Altartlügel mit 
einzelnen Heiligengestalten in der Frauenkirche zu München, die ihn 
als einen durchaus von Zeitblom abhängigen Maler zeigen, so dass 
obige Vermuthung hinfällig erscheint. D. H.] In der That steht das Werk 
der Augsburger Schule am nächsten, und hat bei Motiven nieder- 
ländischer Vorbilder und naiven naturalistischen Zügen doch noch 
eine strengere, mehr symmetrische Anordnung. Die Farbe ist vor- 
trefflich. Einzelnes hat eine gewisse Verwandtschaft mit italienischer 
Kunst, und der ganze Gedanke, die heilige Familie in einer so häus- 
lichen Scene zum Hauptgegenstande eines kirchlichen Altars zu 
machen, ist auffallend, da bei allem Verwalten des Mariencultus in 
der damaligen deutschen Kunst doch an solcher Stelle sonst niemals 
etwas Ernstes, Lehrhaftes oder Ergreifendes zu fehlen pflegt. 
Es scheint nicht, dass diese ältere Augsburger Schule ausser- 
halb des städtischen Weichbildes grossen Einfluss gewann, was bei 
ihrer späten Entwickelung und bei der Eigenthümlichkeit Holbeiifs 
sehr begreiflich ist. Nur an einer kleinen Zahl ischwäbischeräGemälde 
können wir ihr eine bedingte Einwirkung zuschreiben. So bei den in 
München und Nürnberg befindlichen Tafeln mit heiligen Familien, die 
man wie oben (S. 404) bemerkt, mit Unrecht dem Martin Schongauer zu- 
geschrieben hat [welche dagegen dem sog. Meister der Sammlung 
Hirscher, einem sich stark an Zeitblom anlehnenden Maler, angehören, 
über welchen man Vvoltmamfs Katalog der Fürstlich Fürstenberg'sclien 
Gemäldesammlung zu Donaueschingen vergleiche, dessen Verzeichniss 
der Gemälde jenes Künstlers indess noch stark zu vermehren wäre. D. H] 
und besonders bei zwei sehr vortrefflichen Flügqlbildern, die, aus der 
Abtei Schussenriedbgei Ravensburg stammend, sich jetztmingmäer- 
liner Museum?) befinden. Sie geben mit ausführlicher Schilderung 
1) Kunstbl. 1847. S. 50, wo auch die später in E. Förster, Gesch. d. d. KunstII. 
243 wiederholte ausführliche Beschreibung des Bildes gegeben. 
e) N13 605 B. und C. im Kat. d. Berl. Mus, wohin sie aus der Sammlung 
v. Hirscher in Freiburg gekommen. Waagen schrieb sie Anfangs (Kunstbl. 1843,
        

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