Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175663
Hans Holbein d. 
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schmerzlich ernsten, doch milttversöhnlichen Blick, absichtlich in den 
Vordergrund gestellt, bildet einen wohlthuenden Mittelpunkt, um den 
sich das Ganze ungezwungen, wenn auch etwas gedrängt grnppirt, 
geistig belebt durch_ die verschiedensten Abstufungen des Gefühls in 
den Henkern und den Zuschauern. Die Krone des Ganzen aber sind 
die beiden heiligeiißFrauengestalten, anmuthiger und schöner, als 
Alles, was Holbein d.  sonst geschaffen. Fromme Demuth und Er- 
gebenheit spricht aus den abwärts gesenkten Blicken Barbara's, doch 
reich geschmückt und lieblich ist sie anzuschauen und man übersieht 
gern ihre noch alterthüinlich ausgebeugte Haltung. Jede Kritik aber 
schweigt vor der Erscheinung der Landgraiin Elisabeth, die wie eine 
Königin des Himmels nieder-gestiegen zu sein scheint, nicht allein 
durch ihre Güte die Armenund Kranken, sondern durch ihre lieb- 
liche Grazie die Blicke Aller zu erquieken. Ein unbeschreiblicher  
liegt in dieser Figur und doch zugleich eine solch' fromme Innigkeit, 
dass man sagen muss, zu ihrer Vollendung haben sich der Geist des 
Mittelalters und die Formvollendung der Renaissance die Hand gereicht. 
Die Zeit der Entstehung dieses Werkes ist bis jetzt nicht sicher 
festzustellen gewesen. Passavant und Förster s. Z. wollen auf dem 
alten Rahmen das Datum 1516 gelesen haben. Jedenfalls ist der 
Aufenthalt Holbein's in Augsburg später nicht nachweisbar. 
In seinen Vermögensverhaltnissen muss er damals bedauerlicher 
Weise sehr zurückgegangen sein, denn in den Augsburger Gerichts- 
büchern ist jetzt und in den beiden folgenden Jahren von Schuld- 
klagen und darauf folgenden Auspfandungen, welche über ihn ver- 
bangt" wurden, die Rede, und unter den Klägern, die solches be- 
trieben, erscheint unterm Jahre 1517 sogar sein eigener Bruder Sig- 
mund. Bis 1526 kommt sein Name auch in den Steuerbüchern vor, 
doch von 1514 ab bleibt die Rubrik der Entrichtungen unausgeiüllt. 
Er war also selbst seinen städtischen Verpiiichtungen gegenüber in- 
solvent geworden. Von 1517 an aber steht er am Schlüsse des 
Steuerregisters in der Reihe der ausserhwalighAugäburgs lebenden 
Bürger. Nicht bemerkt ist dabei, wie bei Andern, der Ort seines 
Aufenthaltes. Doch wissen wir, dass ihn ein Auftrag im Elsass be- 
schäftigte, wo er für das Antoniterkloster zu Isenheim seit 1517 eine 
leider untergegangene Altartafel malte. Dies "erhellt aus einem Schreiben 
des Bürgermeisters von Basel aus d. J. 1526, worin er den Vicar 
und Präceptor jenes Klosters ersucht, H. Holbein d. j., Baseler Bürger, 
für etlich Malerwerkzeug, welches sein Vater nach Vollendung jenes 
Auftrages in Isenheim zurückgelassen und das im Bauernaufruhr 
verschwunden oder "NPFSCYIKVGIICU-Bt" sei; zu entschädigen. Doch
        

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