Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175566
Holbein 
Hans 
443 
und die Identität des Meisters zweifelhaft machen. Mit jenem erst- 
erwahnten Bilde hat dieses nichts gemein, nicht einmal die Auffas- 
sung der Gegenstände. Das Christusideal ist hier viel edler und 
ganz anders wie dort und bei der Krönung der Jungfrau, die auf 
beiden Bildern nicht wie gewöhnlich durch eine Person der Gottheit, 
sondern durch die Trinitat geschieht, erscheinen hier alle drei Per- 
sonen derGottheit in menschlicher Gestalt 1), Gott Vater und Christus 
in iofljjiiiäfeivändern, dieser durch seine Wunden bezeichnet, jener 
Marieii die Krone aufsetzend, der heil. Geist "aber in grünem Kleide 
und mit  dort aber nur Zwei mit der darüber schweben- 
den Taubei." 
[Weiter findet sich in der Königl. Sammlung zu Augsburg eine 
Gedenktafel, welche Ulrich Walther im J. 1502 seinen beiden Töch- 
tern Anna und lliaria, Priorin und Küsterin des Katharinenklosters, 
in den Kreuzgang desselben gestiftet. Sie ist in den Annalen des 
Klosters mit Angabe des dafür bezahlten Preises von 54 Gulden 
30 Kreuzer erwähnt, jedoch ohne Nennung des Malers. Ebenso- 
wenig enthält die Inschrift der Tafel seinen Namen, indess ist die 
Kunstweise des älteren Holbein unverkennbar] Das hiittelbild stellt 
die Vegmmg dar, oben Ghristuszwischen Moses und Elias, Alle 
in lichten Gewändern verschiedener Färbung, das Ganze eine ruhige, 
abeTselir "schöne Gruppe bildend, unten _;lie__Jünge1-, zum Theil in 
etwas schwieriger und unklarer Stellung liegend. Auf der linken 
Seitentafe1 ist ausser den Portraits der weiblichen Familie des Stif- 
ters dieselbe Scene dargestellt, "welche Raphael unmittelbar mit der 
Transiiguration verband, auf dem rechten aber die Speisung_y_dei' 
FüiLftagsend, diese in höchst vortrefflfcliier und lebendiger. Anord- 
nung und dabei die  unter denen einige 
von vorzüglicher Schönheit sind. Die Modellirung Vundlndividuali- 
sirung der Köpfe, der GlanzäundwSchmelz idlälftißilllllß, überhaupt die 
natuüiHischLYollendungWist hier in hohem Grade gesteigert, das 
Ganzeuselir vor-trefflich und anziehend. Bei Weitem das vorzgglichste 
Werk des Meisters und überhaupt der Augsburger Schule ist dann 
das  Obänwin der Spitze des Bogens ist 
die Dornenlgjiyggwßhristi, unten aber in der vollen Breite der drei 
Tafeln die Legende des Apostels dargestellt. Zuerst zur Linken des 
Beschauers iiiialziiilclschaftlichen Hintergründe die Bekehrung" Paul's, 
1) Auf Bildern ist mir diese Darstellung sonst nicht bekannt, in Miniaturen 
des XV, Jahrhunderts dagegen ziemlich häufig, z. B. in den Miniaturen des Fouc- 
quet bei Brentano, im Codex Grimani, wo beide im Texte erwähnte Darstellungen, 
die drei menschlichen Figuren und die zwei mit der Taube.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.