Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170766
Biographie. 
Schnaasds 
Carl 
XLVII 
Glück, aber daneben manche Unzufriedenheit mit sich selbst, manche 
rührende Anklage. Schnaase möchte sein Glück noch voller in jedem 
Augenblicke empfinden, es mehr zeigen und aussprechen können, 
klagt über die Schwerfalliglzeit seiner Natur, ja in hypochonderer 
Stimmung, seines Gefühls. Sein eigenartiges Wesen, die zarte Ge- 
wissenhaftigkeit seiner Seele, die Scheu irgend einen Schein für 
Wahrheit zu nehmen, das Ringen und Kämpfen gegen seine Fehler 
und Schwachen zeigt sich in edelster Weise in diesen Blättern, die 
uns auch zuerst einen Einblick in sein religiöses Leben geben: 
„Du wirst ganz eins werden mit meinen früheren Geliebten, 
meinen Lieblingswissenschaften. Denn jene Wissenschaften sind ja 
nicht sowohl einzelne Lieblinge, sondern vielmehr nur Eines, Wahr- 
heit, Gott und Liebe, und in der Stelle, die Alles das in meinem 
Herzen einnimmt, hast Du noch mit Raum. Die Liebe schliesst 
nicht aus, sie neidet nicht. 
Anlage zum Glück ist mit der Fähigkeit der Liebe, mit der 
Reinheit von Selbstsucht gleichbedeutend. Wer das Glück sucht, hat 
die Anlage dazu nicht. Wer es nicht sucht, sondern nur das des 
Andern, der hat es gefunden. Glücklich ist man, wenn man kein 
Unglück fühlt, mehr braucht es nicht. Man versteht oft einen ge- 
wissen Ueberschuss (oder besser Uebermaass) des Glückes darunter, 
aber das ist eben das Falsche. 
Zivar kann ein Rausch oder Taumel, der nicht das wahre blei- 
bende Glück ist, schön sein, wenn er nur die vergangliche Blüthe 
des Frühjahrs ist, aber er ist unnatürlich und bringt keine Frucht, 
wenn er stärkeres Farbenspiel, helleres Licht annimmt und hinter- 
lässt, wie das Feuerwerk des Festes nur Asche und finstere Nacht. 
Unglücklich die Seele, deren falscher Geschmack solchen Lampen- 
glanz vom Frühjahr und gar vom Sonnner und Herbste erwartet."- 
"Recht fruchtbar wird Thomas a Kempis nie bei uns werden, 
man muss ihn ansehen wie ein Ueberbleibsel aus alter Zeit, wie eine 
Gestalt, laei der man Allerlei empfindet, was wieder fruchtbar werden 
kann, aber nicht wie ein Lehrbuch, aus dem man unmittelbar nimmt 
und anwendet. Das beste Lehrbuch ist die Liebe selbst, das einzig 
fruchtbare; dass und wie wir uns recht wahrhaftig und fest und treu
        

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