Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175522
Hans Holbein 
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(0,46 cm 11., 0,32 cm br.) ist sehr zahrt und vollendet, der Madonnen- 
kopf mit länglichem Qval sehr schön, das Kind, das die Mutter zärt- 
lichwkiisstfisehr lieblich, die Farbe warm und rein und die Ver- 
wandtschaft zur Handflächen Schule ganz "unverkennbar. 
[Das in Gegenstand und Auffassung ganz ähnliche Bildchen, früher 
auf der: Burg, jetzt im Germanischen Museum zu Nürnberg, hatte 
man seiner ungenügend erkannten Aufschrift wegen, von welcher bei 
dem Vornamen nur das S sichtbar, dem Sigmund Holbein zuge- 
schrieben. Es ist aber der letzte Buchstabe von HANS. Madonna 
auf goldnem Throne, das mit einem Rosenkranz spielende unbeklei- 
dete Kind auf dem Schooss wird von zwei schwebenden Engeln ge- 
krönt, während ein dritter hoch oben den grünen Teppich hinter ihr 
hält. Noch höher ein Bogen mit Engeln, die sgrafittoartig aus der 
unter dem goldnen Hintergrunde liegenden Farbenschicht heraus- 
radirt sind. Die von rechts nach links geschriebene Bezeichnung des 
vollen Namens steht auf dem Lesezeichen eines Buches, welches neben 
der Madonna auf einer Brüstung liegt] 
Aus derselben Zeit werden auch die beiden, mit dem Namen 
"Hans Holbain" ohne Jahreszahl bezeichneten Altarllügel in der stän- 
dischen Galerie zu Prag (N0. 29 u. 30) stammen, welche (wiederum eine 
an llandrische Schule erinnernde Eigenthümlichkeit), gnau in grau ge- 
malt, auf den Aussegseiten vierüeinzelne Heilige, Thomas und Augusti- 
nus, Ambrosius und Margaretha, innen aber in zwei _Abtheilungen 
oben die Heiligen Rochus, Barbara, Kpollonia, Wilibald, Lucia und 
Catharinafunten den Tod der Jungfrau und die Legende van" der 
hl. Qdilia, die durch Gebet die Seele ihresVaters [aus der Ijlölle 
rettet, darstellen. Alles sehr edle, schlanke, vortrefflich modellirte 
Gestalten.    
Gleichzeitig, zum Theil aber auch schon früher, fallt eine Reihe 
von Bildern der Augsburger Galerie, welche sämmtlich aus dem- 
selben Kloster herrührlenjminawbelchem diese Sammlung aufgestellt ist, 
und den Vorzug haben, ausser durch ihre eignen Inschriften auch 
noch durch die Annalen des Klosters beglaubigtzu sein, welche eine 
im Jahre 1756 verstorbene Priorin aus den vorhandenen Papieren 
zusammenstellen liess. Die meisten derselben stammen nicht von 
Altären, sondern aus dem Kreuzgange oder aus dem Kapitelsaale 
und haben die Form eines spitzbogigen Wandfeldes von ziemlicher 
Grösse. Die des Kreuzganges sind einfache Gedenktafeln, von den 
Nonnen oder für sie von ihren Verwandten gestiftet. Die des Ka- 
pitelsaales hatten dagegen eine ungewöhnliche Bestimmung. 11150- 
cenfl-VTQ hatte nämlich den Nonnen dieses sehr angesehenen Klosters
        

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