Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175389
Bartholomäus Zeitblom. 
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Johannes Baptista und Margaretha in die Gemäldesammlung des 
Stuttgarter Museums gelangt sind, das frühestel); die Körper sind 
steifer als auf den späteren Bildern, die Köpfe aber sehr ausdrucks- 
voll und innig. Auf dem Rahmen der Bilder befand sich der Name 
Zeitbloms Die Reihe seiner datirten Werke beginnt dann mit einem 
Altare aus dem Wallfahrtsorte Hausen in der Augsburger Diöcese 
an der Grenze der Konstanzer, jetzt im K. Museum vaterlandischer 
Alterthiimer zu Stuttgart; im Schrein Maria mit dem Kinde nebst 
St. Ulrich und St. Qonradhin Schnitzwerkfaiif den Innenseiten der 
F lü'geli'die "Heiligen Nicolaus und Franciscus, auf "den "Aussenseiten 
Christiisam Oelberge und auf der Predella Christus als Salvator mundi 
mitYYeiiWundenmalen und der Dornenkrone, links (vom Beschauer) der 
heilige Matthäus, rechts der heilige Benedict  gemalt. Es tragt 
die inschriftliche Jahreszahl 1488 und eine urkundliche Nachricht 
ergibt, dass "Magister Bartholomäus" dem Bischofe von Augsburg 
eine Visirung zu diesem Altare gemachtä). Auch lässt die Arbeit 
keinen Zweifel, dass sie von Zeitblom herrühre. Die Figuren, nament- 
lich der heilige Nicolaus, sind schon sehr [kräftig modellirt und be- 
sonders der Christus der Aussenseite ist von grosser Schönheit. Nun 
folgt eine Reihe von Werken, die grossentheils datirt, ihn auf ziem- 
lich gleichbleibender Höhe der Entwickelung zeigen. Darunter zuerst 
von einem Altare aus der Pfarrkirche zu Eschach bei Gmünd und 
aus den Jahren 1490-1495 stammend, im Museum zu Stuttgart, 
Tafeln von bedeutender Grösse (7 Fuss 311„ Zoll Höhe, 3 Fuss 7 Zoll 
Breite) und mit lebensgrossen Figuren, inwendig die Verkündigung 
und Heimsuchung [mit Architekturhintergrund, auswendig vor einem 
goldeiiendTeppich und blauem Hintergrund die beiden Johannes, und 
aufdefÄiissenseitla-n der Staffeln die vier Kirchenvater auf Goldgrund, 
aathüääeijinei- lViuseumiculas Innere derselben, die Vera, "icon von 
zwei Engeln gehalten (Fig. 35). Die Staffelbilder sind leichter behandelt 
dagegen die Flügel von hoher Vollendung, besonders Johannes der 
Täuferwjilvgeraus grossartig, würdig und milde3). Seine volle Namens- 
inschrift: Das Werk" hat gemacht Barthohne Zeytblom Maller zu Ulm 
1497, und zwar mit seinem Bildnisse, das ihn als einen Mann von 
f: Die Angabe, dass sie im Jahre 1473 gestiftet (Grüneisen und Mauch a. a. O. 
S, 44) scheint zwar irrig, indem selbst Weyermann, Kunstbl. 1830, S. 259, diese 
Jahreszahl nur auf den wie es scheint nicht von Zeitblom herrührenden Altar der 
Dorfkirche, nicht auf den der Schlosskapelle bezieht. Indessen scheint ihre stilistische 
Durghführung nicht auf eine so späte Zeit wie 1504 (Harzen a. u. O. S. 13) zu 
deuten. 
2) Nach mündlicher Mittheilung des Herrn Professor Hassler. 
ß) Abgebildet in Försters Denkmalen, die Bildnerei, Band II.
        

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