Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1175362
Bartholomäus Zeitblom. 
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Altzunftmeister einer Brüderschaft der Maler, Bildhauer, Glaser und 
Briefdrucker; 1495 arbeitete er für das Kloster Lorch bei Hohen- 
staufen einen Altar, der aber nicht mehr existirt, 1497 bis 1502 end- 
lich war er Kirchbaupfleger des Münsters. 
Vor Allem wichtig ist es, dass wir ihn in einer engen Verbindung 
mit dem ausgezeichnetsten Meister der Ulmischen Schule, mit Bar- 
tholomäus Zeitblom, finden, welche ihn als dessen Lehrer er- 
sclieineYYTlässtÄ""iAuf dem Flügel eines früher in Münster, einem Dorfe 
unfern Augsburg, jetzt in einer Privatsammlung in Ungarn befind- 
lichen Altar liest man nämlich als Fragment einer Inschrift die Worte: 
"von Hans Schülein und B. Zeitblom zu Ulm mit gemacht." Die 
Ausführung des Bildes, drei einzelne Heilige auf blumigern Boden 
und Goldgrund, weist nicht auf Schühlein hin; sie ist zaghaft und in 
schwacher Farbe und man darf aus ihr und der Fassung jener In- 
schrift vermuthen, dass Schühlein, mit der Ausführung des Werkes 
beauftragt, dem damals noch jungen Zeitblom als seinem Schüler oder 
als einem Anfänger, den er begünstigte, diese Nebentafel übertragen 
und ihm die sonst unter solchen Umständen ungewöhnliche Ehre 
ausdrücklicher Anführung gegönnt habe. Diese Vermuthung wird 
dadurch bedeutend unterstützt, dass Zeitblom im Jahre 1483 Schühleixifs 
Tochtermann wurde 1), wenn auch jenes Flügelbild, dessen Jahreszahl 
leider zerstört ist, nach seinem Verhältniss zu Zeitblom's datirten 
Arbeiten dieser Heirath um mehrere Jahre vorausgegangen sein dürfte. 
Von der Jugendgeschichte unseres Meisters wissen wir nichts; man 
hat neuerlich behauptet, er sei, ehe er sich der Malerei zugewendet, 
Kupferstecher gewesen und eine Reihe bekannter Stiche dieser Zeit 
rühre von ihm here), allein die dafür beigebrachten Beweise sind 
durchaus unzureichend. 
den Namen Wolgemuüs führen. Allein diese drei verschiedenen Bilderfolgen 
sind nach meiner Ansicht so ungleich, dass ich sie unmöglich derselben Hand 
beilegen kann. Grüneisen und Manch, Ulmds Kunstleben S. 42 finden den Zacharias 
im Tempel Nr. 887 im Museum zu Stuttgart dem Tiefenbronner Altare verwandt. 
1) Nach Passavant im Kunstbl. 1846, S. 178 hat Professor Hassler in Ulm 
urkundliche Beweise dieser Thatsache gefunden, welche indessen, soviel ich weiss, 
noch nicht bekannt gemacht sind.  
E) E. Harzen, Ueber Bartholomäus Zeitblom, Maler von Ulm, als Kupferstecher, 
in Naumanlfs Archiv VI, 1. Die mit einem Aufwande künstlerischer Gelehrsam- 
keit (lurchgeführte Hypothese beruht zunächst auf der Behauptung, dass zwei bisher 
von den Kupferstichkennern unterschiedene Meister, der hauptsächlich im Museum zu 
Amsterdam vertretene s. g. Meister von 1480 und der Meister, welcher die meisten 
seiner Blätter mit dem Monogramm In o: S bezeichnet, identisch seien, und dass 
dieses Monogramm nicht, wie man seit Sandrart geglaubt, Barthel Schön oder 
Scliongauer's (nämlich Schüler), sondern Barthel Stecher, als Bezeichnung des
        

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