Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174963
Michael Wolgemut. 
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eßhwns geschöpft 131" Ve1'SChmähS.3Yi91.'. leicht.läeescheftliehe,Grunde, 
aber sie sind ohne Interesse,"Eerjljlirnvinelwlist"lloftifgolden 315d die 
Heiligenscheine sind als goldüeggvSäturalljlentcllcr gebildet. Ueberhaiipf" 
braucht er Goldglgrrzwlupd Farbenpracht in reichlichem Maasse und 
erreicht dadurch eine gewisse allgemeine Wirkung, die seinem Publi- 
kum zusagen mochte. Das Schnitzwerk, an dem es seinen grösseren 
Altären niemals fehlt, stimmt mit der Behandlung der Malerei meistens 
überein und ist ohne "zsetreriü liseiner Werkstatt und nach seinen 
Angaben gearbeitet. In den besseren seiner Gemälde erscheint er 
als ein recht bedeutender Meister. Seine Farbe ist klar und kräftig, 
die Zeichnung festund,  Ganzen richtig, ineüvrözrgijgm oft sehr 
fleissig und ifeirindurchgeführt," die Gewandupgheinfach und ohne klein- 
liche Falten. Die Verhältnisse der Gestalten sind ziemlich schlank, 
die Bewegungen zierlich  dabei strebt er nicht ohne Erfolg nach 
idealem ['91 Ausdruck. Seine männlichen Gestalten haben oft eine 
gewisse Würde und Hoheit, die Frauenköpfeaäind nicht 011116 Anmuth, 
zuweilen sogar acht weiblich, zart und schön; der Ausdruck des Mo- 
ments gelingt ihm oft, der der Ärogbnßigkeitmfaskjjmrmer. Aber bei 
alledem leidet die Auffassung an einer gewissen Aeusserlichkeit und 
Trockenheit, es fehlt___derj belebende Hauch der Poesie, der rechte 
Brustton tieferer Empfindung; die Würde streift anspiessbürgerliche 
Steifheit, die Schönheit an Liege, die Gleichförmigkeit heiligen Ernstes 
isTeiifiiixidend, und es ruht auf den meisten seiner Tareiireiiieschwiere, 
die uns keine volle Freude empfinden lässt. Neben jenen besseren 
Leistungen, die wir seiner eignen Hand zuschreiben dürfen, stehen 
nun aber bei allen grösseren Werken andere Tafeln von nachlässiger 
Behandlung, ja oft von erschreckender Rohheit und geistiger Stumpf- 
heit. Man sieht, dass er ungeachtet alen Richtung sein 
Geschäft als erwerbsamerlmni-lüvapglgggerlgsmann betrieb, der keine Be- 
stellung zurückwies, jeufää Wunsche und jedem Preise zu entsprechen 
suchte und deshalb eine Menge von Gehilfen in seiner Werkstatt 
beschäftigte, die er ohne grosse Auswahl annahm und deren Arbeiten 
er nicht einmal sorgfältig überwachte. Wie weit entfernt er von 
künstlerischem Stolz und Ehrgefühl war und wie sehr in seinen 
Augen und in denen seiner Besteller die Lieferung von Kunstwerken 
als ein fabrikartiges Geschäft erschien, beweist der noch erhaltene 
Contract, den er im Jahre 1507 mit dem Magistrate zu Schwabach 
über die Vollendung des (ebenfalls noch erhaltenen) Altarwerkes in 
der dortigen Stadtkirche (früher Johannis- oder hlartinskirche) ab- 
schloss, WOTlH er sich und zwar, da er Vorausbezahlung erhalten, 
unter Bestellung eines Bürgen verpflichtet, wo die Tafel an einem
        

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