Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174951
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oberdeutschen Schulen. 
Die 
Unter den Malernamen, die uns überliefert werden, hat nur Einer 
hervorragende Bedeutung, ltliglggglmlßllugvlgemut, Dürer's Lehrer, der 
1434 geboren _er_stg_1519 in dem hohen Alter von 85 Jahren starb, 
nseinußSchüler selbst auf dem vortrefflichen Porträt Hseines 
hochbetagten Meisters vom Jahre 1516 unterrichtetl). Von seinen 
Lebensschicksalen wissen wir fast nichts. [Vgl über seine Familie 
und Verwandtschaft Joh. Neudörfer, Nachrichten von Künstlern und 
Werkleuten u. s. w. ed. Lochner in Eitelbergefs Quellenschriften für 
Kunstgeschichte, S. 128 E] Er war muthmaasslich aus einer Maler- 
familie; Meister seines Namens kommen in den Bürgerverzeiclinissen 
Nürnbergs schon seit 1360 in steigender Zahl vor. Er selbst wird 
darin nicht früher als 1473, also in seinem vierzigsten Lebensjahre 
aufgeführt, schwerlich weil er bis dahin auswärts gewesen, sondern 
eher weil er so lange in der Werkstatt eines Verwandten, etwa seiner 
Mutter, gearbeitet hatte. Denn die Wittwe von Valentin Wolgemut, 
die bis dahin als Malerin wiederholt genannt War, verschwindet mit 
seinem Auftreten?) In seinen Gemälden ist wenigstens kein Anklang 
einer fremden Schule zu erkennen, sie tragen durchaus den Charakter 
seiner Heimath. [Dies dürfte nicht ganz zutreffend sein, da in W'ol- 
gemut's Kunstrichtung (lellliligllä RHeiiepreldei' iiandrischen Schule der 
Brüder van Eyck zu erkennen Ehid, wie es denn überhaupt nicht 
denkbar erscheint, dass die Nürnberger allein von diesem gewaltigen 
Einflüsse unberührt geblieben sein sollten, während die anderen gleich- 
 Eälläinhiilein, 
Friedrich Herling_und,ßchongauei' sozusagen ..dir.ecte  Rogier 
irhitnfthwfferiyßTeydenisv aufweisen. Vgl. hierzu auch Thausing, Dürer, 
Sföii if, der, wohl etwas zu subtil, persönliche Abhängigkeit von 
nicht weniger als vier Meistern, resp. Schulen, von Schongauer, 
Meister E. S., der kölnischen Schule Stephan Lochner's und der 
iiandrischen bei Wolgemut erkennen will] In vielen Beziehungen 
hält er an den Principien des älteren Styls fest; Zeichnung undjlztrhe, 
haben noclimaswlllyügvi_siches und sind nicht aus frischer Naturbeob- 
1) Pinakothek zu München, Gab. VII, Nr. 731. Die Inschrift des Gemäldes 
lautet: "Das hat albrecht Durer abconterfet noch siene Lermeister michel wol- 
gemut jm Jor 1516 vnd er was 82 Jor vnd hat gelebt pis das man zelet 1519 Jor 
do ist er ferschieden an sant endres dag (30. Nov.) frv er dy sun awff 83'119" 
[Neuerdings tauchen Zweifel an der Gleichzeitigkeit dieser Inschrift und somit auch 
an dem urkundlichen Werth derselben für die Biographie Wolgemutls auf, iudess 
wohl mit Unrecht, indem die Schrift, wenn überhaupt jüngeren Datums, doch wohl 
nach einer älteren aufgefrischt ist. Vgl. Thausing, Dürer, S. 53.] 
2) S. die Auszüge aus den Bürgerverzeichnissen bei v. Murr, Journ. z. Kunst 
u. Lit. XV, 88.
        

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