Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174893
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Die rheinischen Schulen. 
ihrer am Niederrhein vorkommenden Bilder beweisen, bald 
handwerksmässigen Betriebe, dem dann auch jene äusserliche 
mehr entschwand. 
einem 
Glätte 
Südwärts erstreckte sich das Gebiet der niederrheinischen Schule 
bis gegen Frankfurt a. M. In Coblenzherrscht sie noch ausschliess- 
lich, in Frankfurt kreuzt sich ihr Einfluss mit der Thätigkeit anderer 
nicht von enderüMeister. Die Ueberreste eines Altars aus 
der dortigen Kirche der Karmeliter, 16 Tafeln mit Darstellungen 
aus der Geschichte dieses Ordegwelche jetzt in der städtischen 
Sammlung bewahrt werden, tragen noch völlig den Charakter der 
niederrheinischen Schule, während einige andere Bilder sehr ent- 
schieden davon abweichen. Das grösste und vorzüglichste der- 
selben ist ein jetzt im StaedePschen Museum Nro. 73 befindlicher 
Altar mit Flügeln, dessen Stifter, wie sich aus den ihren Porträts 
en Wappen ergiebt, den Frankfurter Patrizierfamilien von 
Humbracht und von Monsperg angehörten. Auf der Mitteltafel sehen 
wir Christus am Kreuze, umgeben von heiligen Frauen und Jüngern, 
auf deh-"Flügeliii "dir? "Familie des Stifters, mit ihren Schutzpatronen, 
alles auf lzfiüsöliaftlichem" Grunde. Auf der Aussenseite der Flügel 
ist grau in Grau, jedoch mit Andeutung der Fleischfarbe, ein in 
Sterbetücher gehüllter, Leichnam, nicht etwa Christi, sondern, wie 
die porträtartigen Züge vermutlich lassen, eines Familiengliedes des 
Stifters, dabei die Worte: Cogita mori und auf einem Spruchbande 
in lateinischer Inschrift die an den Beschauer gerichtete Mahnung, 
dass auch er einst sein werde wie diese Leiche. Demselben Meister 
scheint ein aus der Frankfurter Dominikanerkirche stammendes, jetzt 
in der städtischen Sammlung befindliches grosses Flügelbild anzuge- 
hören, das auf der lllitteltiagfelVdieKFaAmilie der heiligen Anna, Maria 
nebst ihrer Mutter auf dem Throne, das Christkind haltend und rings 
umher die ganze heilige Sippschaft, auf den Flügeln Geburt und Tod 
der Maria darstellt. Beide Bilder zeigen den Maler als einen eifri- 
gen unmittelbaren Schüler der liandrischen Meister, deren Farbe, 
Zeichnungm_up_d_ Anordnung er sich möglichst angeeignet hat. MDie 
Ihronpfosten  Bilde sind von Krystall und mit 
durchsichtigem Knopfe versehen, die Landschaft ist nicht nach deut- 
scher Weise mit hohem Augenpunkte, 5551m flach Emit weiter 
Fernsicht gezeichnetTWÜiEMWFfFÄiix-an mit Goldbrocat und niederlän- 
dischem Kopfputz geschmückt sind von rundlich_e_rBi1d11I1g des Kopfes, 
aber lieblich und milde, die sitzende Maria des zweiten Bildes in 
blauem goldverbrämten Mantel mit langem Haar sehr anglrlthjg,
        

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