Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174880
Berlin. 
Gemälde in 
2.75 
endlich aussen die Verkündigung; Ein anderer Altar scheint alter, 
da. er in Zeichnung und Modellirung strenger, steifer und unvoll- 
kommener ist. Er giebt in kleinen Abtheilungen und zum Theil im 
Hintergrunde der sehr ausgeführten Landschaft das Leben Christi 
Von seiner Taufe bis zur Grablegung, wobei auch hier wieder die 
Versuchung und die Scene mit derSamariterin nicht fehlen. 
Mehrere Gemälde dieser Schule besitzt das Bteglhrei;  Museum. 
Das bedeutendste ist ein Flügelbild von massiger Grösse (h.  
Nro. 606 d. Kat.) und schon um 1500 entstanden; in der Mitte die Kreuz- 
abnahme mit den vorhergehenden und nachfolgenden Momweiiteiijaufden 
Flügeln hier die Anbetung der Hirten, dort die (ler Könige, Es ist das 
llWT-ineistüchtigen und technisch durchbildeten Meisters von ent- 
schieden realistischer Richtung, der die Vorzüge der Eyck'schen 
Schule sich wohl angeeignet hat, ohne ihr unbedingt zu folgen. Die 
Farbe ist kräftig, klar und milde; Qldenes gerathm tianßdwnßchmuck 
sind mit Vorliebe angebracht, aber abweiclieiiilvoniiblder ilandrischen 
Weise nicht bloss illusorisch, sondern noch mitwxvvirkliclremm,ß_ol_ded, 
gemalt, die Heiligenscheine Sogar omit eingepressten, VQIZiCIungen. 
Die Figuren sind" verhäiltnissmassig grösser als dort, die Gruppen 
daher gedrängter und der Hintergrund mit höherem Augenpunkte 
gegeben, aber doch löst sich alles ziemlich leicht, und die Land; 
schaft ist nicht bloss reich ausgestattet und belebt, sondernselbst 
anmuthig. Die Zeichnung ist richtig und sicher, bei ziemlich schwie- 
rigen Stellungen ohürleuäteifheit und Härte, die Gestalten sind wohl- 
gebidet, die Frauen, obwohl alle mit wiederkehrender etwas eckiger 
Gesichtsform und spitzem Kinne, zagjndelieblich, besonders hlaria 
auf den beiden Seitentafeln. Aber die blanker sind ohne Energie, 
Würde und treffende Individualität und dem gatäei"niia'e' "rentmäei 
allen Vorzügen aßeilweinnvgreifendes Element, die Beschauer gehen leicht 
an ihm TFtTBerÄ Es hat wedeqrwäemheitere Poesie der tiandrischen, 
noch den Ernst der deutschen Meister. 
Dasselbe gilt bei geringeren Vorzügen von dem Bilde Nro. 604 
mit einer Darstellung aus unbekannter Legende, und bei dem dritten 
dieser Bilder (Nro. 552), den Tod Maria darstellend, artet diese 
äusserliche Praxis nun schon in stumpfe Gleichgültigkeit aus, die an 
Rohheit streift. Ueberhaupt ergab sich auch diese Schuld), wie viele 
1) [Wir dürfen nicht unterlassen zu bemerken, dass die obenerwähnten Bilder 
alle entweder auf niederländischen, kölnischen oder westphälischen Einfluss zu- 
rückgehen und eine eingesessene calcarer Schule überhaupt wohl nicht nachzu- 
weisen ist. D. H]
        

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