Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174806
auch in Westphalen. 
Flandxischer Realismus 
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doch nicht der einzige dieser Gegend, welcher die tlandrische Kunst.- 
weise hierher brachte. Ein Beweis dafür ist eine vereinzelte Tafel 
des Berliner Museums (Nr. 1236, Abth. 111.), welche die heilige Jung- 
frau zwischen je drei einzelnen, stehenden Heiligen (darunter S. Dionys 
mit dem Kopfe in der Hand), in kleiner Dimension auf dunklem 
Grunde enthält und mit der Jahreszahl 1468 bezeichnet ist. Die 
ruhige Haltung der Gestalten, die Gewandbehantllung, der innige 
Ausdruck der Köpfe erinnern an den Liesborner Meister; aber die 
Farbe ist tiefer und kräftiger, die starkknochig gebildeten Gestalten 
haben nicht den Ausdruck idealer Reinheit, sondern einen harten, 
porträtartigen Charakter, mit den länglichen, treuherzigen Zügen des 
westphalischen Stammes. Die übrigen Bilder im lllünsterlande und 
im Paderbornischen zeigen, dass ihre Urheber dem Liesborner Meister 
in der zarten Färbung und Idealität nachstrebten, obgleich sie sich 
nicht auf seiner Höhe hielten. Eines der bedeutendsten derselben 
ist ein Altarwerk in der Bartelsschen Sammlung mit der Anbetung 
des Kindes auf der Mitteltafel, welches aus dem Kloster Marienfeld 
stammt und den Namen des Malers N. Suehuneygr trägt, zwei eben- 
falls früher in derselben Sammlung befindliche Bilder, das eine aus 
dem Kloster Willibadessen bei Paderborn, gleichen einem Flügelaltar 
mit der Darstellung des jüngsten Gerichts im Dome zu Paderborn 
selbst und scheinen einem in dieser Stadt oder Gegend sesshaften, 
nicht sehr begabten Maler anzugehören.  
Ein bedeutenderei- Mittelpunkt als diese bischöfliche Stadt war 
das reiche und dicht bevölkerte Sgest und in der T hat besitzen wir 
noch eine ziemliche Anzahl theils dort erhaltener, theils von daher 
stammender Gemälde, welche indessen alle nach ihren Jahreszahlen 
oder nach inneren Kennzeichen intmeine,cetgsjavstßjüngerlgwßmgit fallen- 
Daher mag es sich erklären, dass das auch hier vorherrschende ideale 
Elementwmeistens schon reinennstälikernZusatz des Realistischen hat, 
nainentlicln ailbe, gediangte wAiriordnung  nein lllldilt 
iinmerwgelingendes Streben hach dramatischer Hi-iivegung. Das älteste 
dieser Bilder, ein Altar "im nördlichien"Seitenchor "der Wiesenkirche, 
trägt die Jahreszahl 1473 und enthält in der Mitte die heilige  
schaft der Maria, Männer, Frauen und Kinder in gothischer Halle 
und auf den Seiten zwölf kleinere Bilder (vier davon noch auf der 
Haupttafel) aus dem Leben der Madonna und der Kindheit Christi, 
jedoch mit der Ausgiessung des heiligen Geistes schliessend. Diese 
Flügelbilder sind zum Theil von anderer Hand und lassen an dem 
Priester, welcher Joachim aus dem Tempel weist, an dem hlohren- 
könige und sonst schon die Uebertreibung des Heftigen undHass-
        

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