Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174713
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Schulen. 
Die rheinischen 
1463), rechts Christus am Kreuze zwischen Maria und Johannes 
mit dem knieenden Canonicus Tilmann Joel. Es ist vielleicht das 
Schönste Bild dieser Richtung, von grosser Anmuth und Feinheit des 
sinhesfeätiiäärs in den weiblichen Gestalten, während die Charak- 
teristik der Männer dem llleisterwiivleiiiger gelungen ist und nament- 
lich unter denhÄposteln ziemlich riilieumAlltagsgesichter vorkommen. 
Die weicheqrewhlotlellirung und manches Einzelne, besonders die Jung- 
frau aufyder Verkündigung, weist auf nahe und unmittelbare Kennt- 
niss der Eycläschen Schule hin, dagegen ist die Gewandung noch 
ganz mit der Feierlichkeit der älteren Kölner Schule behandelt. Das 
zweite kleinere Altarbild in derselberiüKirche, Gott Vater mit dem 
Christusleichnam und vier Heiligen, wiederum eine Stiftung des Ca- 
nonicus Joel, dessen Bildniss hier ein um etwa zehn Jahre höheres 
Alter erzielt, gehört derselben Schule, vielleicht derselben Werkstatt 
an, ist aber von geringerer Hand. Dagegen ist das grosse Altar- 
bild in der Kirche zu Siiugfzpig (in der hlitte die Kreuzigung mit den 
beiden Schächern und vielen Figuren, auf den Flügeln die Himmel- 
fahrt Christi und der Tod der Maria) ein ausgezeichnetes Werk jenes 
Meisters und noch vollendeter als das erste Linzer Bild 1). 
Diesem Meister verwandt ist der, welcher im Auftrage des be- 
rühmten Cardinals Nicolaus Cusanus das Altarwerk in der Kapelle 
des in seinem Geburtsorte Cues an der Mosel von ihm gestifteten 
Hospitals wahrscheinlich, wie das greisenhaft gehaltene Porträt ver- 
muthen lässt, nicht lange vor dem Tode des Stifters (1464) malte. 
Dagegen lehrt uns ein Flügielbilflyä aus der ehemaligen Lyversberg- 
schen Sammlung, jetzt im Besitze der Wittwe des Herrn v. Geyr in 
Unkel am Rhein, einen gleichzeitigen Meister kennen, auf den die 
Kenntniss der Eycleschen Schule anders wirkte, indem er sie im Dra- 
matischen und Phantastischen zu übertreffen suchte. Die Mitteltafel 
(4  enthält wieder die Kreuzigung mit den 
Schaehern und vielen anderen Figuren (unter denen fünf Reiter auf 
ziemlich gut gezeichneten Pferden), während auf den Flügeln die 
Verklärung und die Auferstehung dargestellte sind. Die Landschaft 
mit flachen Hügeln und einem Flussthal ist ziemlich einfQifiiTiäT-(lie 
Details im Vordergrunde sind aber sehr ausgeführt. Die Grugpgung 
zeigtwiifiehr Rauiggefühl als-die späteren Bilder dieser Schule, die 
fein modellirten Köpfe sind von charakteristischer Verschiedenheit, 
die Haltung der "Glätalten ist vornehnrMaoEdalena mit den rothge- 
weinten Augen und dem kühn gehobenen Antlitz und ebenso der 
sondern der Altar 
1) [Die Identität dieser beiden Meister scheint nicht evident, 
z" 5111212 von einer geringeren Hand zu sein]
        

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