Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174655
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des 
Die deutschen Malerschulen 
Jahrhunderts. 
Begünstigung des Plastischen im Widerspruche, sondern im engen, 
ergänzenden Zusammenhange. Denn die Zeichnung ist ZWZLI" eine noch 
QYÖSÜNADSIZTRCÜlOD von der Fülle der Wirklichkeit als die Malerei 
und insofernnmderüandere Pol gegen die farbige Plastik, aber sie ist 
auch cdie gemeinsame Grundlagiemder Plastik und Malerei und das 
Greifzgebiet auf dem sich beide begegnen. Sie steht als Flächen- 
darälßllllllgnlißlllilllalerei näher, aber sie verzichtet, wie die Plastikfauf 
 Einzelnen zn ninnln 
Ganzen. Sie sagte dem deutschen Geiste aber auch deshalb zu, weil 
sie der Phantasiemfreiwergrnhäpjnelraum giebt und doch auch wieder 
eine wenn auch abstracte Wahrheit gewährt und das Mittel künst- 
l6riSCh6If_ lgyiiilg, 313d EMIZKQILIEQÄSLSV bildet. Die Deutschen "siiidTürch 
Anlägewund Schicksale mehr auf abstractes Denken und kritisches 
Erlgegnen, als auf unmittelbaren Genuss angewiesen und die-ernste 
Stimmung der Nation nTECTIttWSiCIYaUCh in der Werkstatt geltend. 
Die deutsche Kunst dieses Jahrhunderts wurde daher, ungeachtet- 
des starken und fortdauernden Einiiusses der Eyckschen Schule, 
nicht eine blosse Nachfolgerin derselben, sondern ein selbstständiges 
Erzeugniss, in welchem neben jenen iiandrischen ElementenmdielTra- 
ditionen der früheren (leutschen Schule und die gegenyijärtiggemßtim- 
mung und die Bedürfnisse des deutschen Volks ihren Ausdruckmfan- 
den. Vergleicht man sie mit der älteren idealen Schule, so ist es 
zweifelhaft, 0b man sie einen Fortschritt nennen darf. Sie übertrifft 
dieselbe in stoiflicher Mannigfaltigkeit" und Wahrheit, aber sie steht 
in der Gleinhmääsfgizßgtäijjiäjif""iieistünggn undußfndnßder Reinheit der 
Linien undwlfiormen hinter-ihr ziirückfmAehnlich verhält "siewieirrzn 
der iiandrjschen Kunst, deren Harmoniir 115i milde Anmuth sie selbst 
bei den besten Meistern nicht erreicht, waiüfana sie bei diesen, wie 
schon erwähnt, in einzelnen Gestalten und im Ernst des Gedankens 
Höheres leistet.  
Grell und zum grossen Nachtheil der deutschen Kunst zeigt sich 
die Verschiedenheit beider Schulen bei den geringeren hleistern. Auch 
unter den flandrischen Bildern giebt es geistlosemlifalereien; aber sie 
haben doch immer einen gewissen durchschnittlichen Werth, der auf 
dem soliden Schuloharakter gründet. Sie sind handwveljgämäSSig, 
aber doch Leistungen eines feineren künstlerischeren Handwerks. Unter 
den deutschen dagegen steht neben den bedeutendsten, edelsten 
Werken eine überwiegende Zahl roher, wahrhaft nabjgllljfjlfelldef Er- 
scheinungen, von denen man kaum begreiftfwd-ass man "sie in den 
Kirchen duldete. Zum Theil entsteht dies durch die verschiedene 
Richtung beider nationalen Schulen. Jene Harmonie des Ganzen und
        

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