Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174649
Ajjä "Du 
In anderen Fällen finden wir, dass die Bestellung des ganzen Altar- 
werkes dem Maler gegeben wurde, der dann freilich die Schnitzarbeit. 
meistens,  Verschiedenheit oft ergiebt, von anderen 
Händen in oder ausserhalb seiner Werkstätte ausführen liess, aber 
doch ohne Zweifel nach seinen Anordnungen und Vorzeichnungen. 
Jedenfalls musste er auch bei den Gemälden auf ihre Verbindung 
mit den Sculpturen Rücksicht nehmen und beide Künste möglichst 
einander nähern. Wurde dadurch die Plastik über ihre Grenzen 
hinausgeführt, so blieb auch die Malerei nicht unbeeinträchtigt; sie 
musste auf volle, harmonische Versbhinelzung verzichten und ihre 
eeeranenfrnweinerrwlem- Rselief-H eannähernden" Weise selbstständig 
maeirearmreremenalrnng der grösseren" Dinlensioneifiündmdes Gold- 
grundesgaufdelimgeinalten Tafeln warschon dadurclilbedingt";und 
diewtrotz aller Ausgleichung übrigbleibende Divergenz des Plastischen 
und Malerischen trug dazu bei, die Ansprüche an volle Einheit des 
Ganzen herabzudrücken. 
Allerdings war die Beibehaltung der Plastik an dieser Stelle 
nicht eine selbstständige Endursache, sondern schon das Resultat 
einer Sinnesweise, die sich nicht ganz dem Gesetze malerischer Har- 
monie hingab und daher keinen Trieb hatte, dies Hinderniss, wie es 
in der lilandrischen Kunst geschah, zu beseitigen. Aber sie trug doch 
auch dazu bei, diese Auffassung zu kräftigen und der Umstand, dass 
sich diese Verwendung der Plastik neben Gemälden, nicht bloss neben 
denl Einflusse der Eyckschen Schule erhielt, sondernpgerade durch 
ihhgesteiigiertriiilrdefist wichtig, weil er zeigt, wie man diese Schule 
und die N aturwahrheit, welche sie gewährte, in Deutschland verstand. 
 Weise, die sich für die Gesammt- 
erscheinung begeistert und das Einzelne unterordnet, nichtwiiiFbei 
sonder???" Rücksicht auf die Landschaft, sondern in stärkerer Beto- 
nung der menschlichen Ges weinem noch  
Sinne,  Körperlichkeit fordert?-  
Während hier alswrlierüelltschlVKüüsitäuffassung sich der vollen 
Wirklichkeit noch mehr näherte, als die flandrische, neigt sie sich 
andererseits zu dem anscheinend entgegengesetzten Extrem, zu der 
farblosen Zeichnung. Man hat es oft gesagt, dass die Deutschen des 
 Zeichner als Maler sind und in der Thall hat 
der Umriss und diemZmeitchnung in ihren Bildern eine grössere Be- 
deutu jirdgeisftfvbller, aber auch meistens härter behandelt 
als auf denwliandrischen, und Kupferstichgund Holzschnitt""übertreffen 
in Deutschland an Zahl und vlfauilsitgeschiclltlicher Bedeutung alleran: 
deren damaligen Nationen. Diese Neigung steht aber nicht lnit jener 

        

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