Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174420
Pölärin und Jean Lemaire über Foucquet u. A. 
329 
dem wir wissen, dass Ludwig XI. ihn im Jahre 1481 beauftragte, 
einen Entwurf seiner Grabiigur zu machen. Nur der vierte Name, 
Coppin, ist uns noch neu, übrigens aber auch sonst in den Urkunden 
vorkommend. Er ist nämlich, nach den Ermittelungen französischer 
Forscher 1), der Name eines Malers, der schon 1456 für die Gemahlin 
Königs Reue arbeitete, bis zum Tode dieses Fürsten (1480) in seinen 
Diensten stand und dann für König Ludwig XI. mit Kirchenmalereien 
beschäftigt war. Coppin ist offenbar eine niederländische Form 
des Vornamens Jacob und dies, sowie der Beiname Delf, mit wel- 
chem er einige Male vorkommt, ja selbst das Dienstverhältniss zu 
König Reue lässt darauf schliessen, dass er niederländischen Ursprungs 
war. Wir erkennen also aus dieser Malerliste des Pelerin, dass der 
französische Geschmack sich bereits vorzugsweise den Italienern zu- 
wendete, dass aber in der künstlerischen Praxis noch immer die 
Meister, welche, wie F oucquet und Poyet, sich an der Miniatur herau- 
gebildet hatten, und endlich auch Niederländer Anerkennung und Gel- 
tung fanden. 
Von den Gedichten des Lemaire ist das bekanntere, die Oouronne 
margaretique, für unsern gegenwärtigen Zweck weniger bedeutend. 
Er lässt darin, vielleicht weil er eine persönliche Zusammenkunft in 
der Werkstatt eines niederländischen Goldschmiede fingirt, fast nur 
Niederländer auftreten, wenn auch zum Theil aus dem romanischen 
Flandern, aus Valenciennes, Arras, Tournay, Mons, von Franzosen 
aber wiederum nur Foucquet und Nicolais von Amiens. Interessanter 
sind einige Verse, welche Lemaire einem andern Gelegenheitsgedichte, 
der Plainte du desire, einfügteß). Es ist dies nämlich ein Klagelied 
über den 1508 erfolgten Tod eines Grafen von Luxemburg in der 
Form eines Dialogs zwischen der Malerei und Rhetorik, wobei dann 
jene einige Maler nennt, welche, wie in alter Zeit Parrhasius und Apelles, 
so neuerlich sich in ihrem Dienste ausgezeichnet. Der Dichter widmet 
dieser Aufzählung zwei Strophen, von denen die erste bereits ver- 
storbene, die zweite aber noch lebende Maler enthält. Zu jenen 
rechnet er die bekannten flandrischen Meister, Johannes, Rogier, 
Hugo von Gent, Marmion von Valenciennes; und dann zwei Franzosen, 
nämlich wiederum Foucquet und Poyet. In der zweiten Strophe da- 
gegen nennt er zuerst die berühmten Italiener, Leonardo, Gentile 
Bellini und Perugin und wiederum zwei Franzosen. Schon dieser 
Unterschied ist nicht ohne Interesse; es scheint, dass man sich be- 
wusst war, dass der Geschmack der lebenden Generation sich von 
1) Archives de Part frangais, t. VL, p. 
2) Vgl. Piuchart a. a. O. p. CCXLIX. 
Pinchart a.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.