Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174411
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Französische Malerei des 
Jahrhunderts. 
dann noch einige, uns sonst völlig unbekannte Namen l) und schliesst 
mit einer sehr ausführlichen Hinweisung auf eine Künstlerfamilie 
Duval, deren Mitglieder sich theils durch Teppichweberei wie auch 
als Maler auszeichneten. 
Neben diesen Zeugnissen, die sich ausschliesslich auf Foucquet 
oder auf seine Vaterstadt Tours beziehen, haben wir dann nur ein 
paar Schriftsteller vom Anfange des sechszehnten Jahrhunderts zu 
nennen, welche, freilich zu einem poetischen Zwecke, Namenlisten be- 
rühmter Maler aus verschiedenen Ländern zusammenstellen. Es sind 
dieselben, von denen wir schon früher in der Geschichte der bel- 
gischen Kunst sprachen, der Franzose Pelerin, genannt Viator, und 
der Belgier Jean Lemaire. Vor Allem ist uns Pelerin wichtig, Weil 
er, indem er in einer poetischen Vorrede die dritte Ausgabe seines 
Buches über die künstlerische Perspective den grossen, theils noch 
lebenden, theils bereits verstorbenen Malern seiner Zeit aus Frank- 
 reich, Deutschland und Italien dedicirt, uns einigermaassen erkennen 
lasst, wie man in Frankreich selbst damals (1521) das Verhältniss 
der einheimischen Kunst zum Auslande betrachtete e). Er nennt in 
gedrängter Liste 22 Namen, freilich oft sehr entstellt, so dass man 
bei einigen derselben zweifeln kann, wer darunter gemeint und wel- 
cher Nation sie angehören. Aber soviel ist gewiss, dass die Italiener 
am stärksten, die Deutschen und Niederländer reichlich vertreten 
sind, während nur fünf Namen auf französischen Ursprung deuten. 
Von diesen hat der eine, Symon von Mans, nicht einmal Anspruch 
auf malerischen Ruhm; er war vielmehr, wie die französischen For- 
scher ermittelt haben, Architekt 3) und wird also seine Stelle in dieser 
Reihe nur der persönlichen Freundschaft des Pelerin und vielleicht 
perspectivischen Zeichnungen verdanken. Unter den übrigen vier 
befinden sich drei uns bereits wohlbekannte, nämlich Foucquet und 
Poyet, von denen wir eben sprechen, und Nicolaus von Amiens, von 
werklichen Abstufungen zwischen den verschiedenen Arten der verlichters zu 
vergegenwärtigen, von denen der bei de Busscher a. a. O. S. 107 mitgetheilte Be- 
schluss der städtischen Behörden von Gent spricht. S. oben S. 211 ff. 
1) Joannes Ambasius, Bernardus und J oannes Deposaeus. 
2) 0 bons amis, trespassez et vivens, 
Grans esperitz, zeusins, appelliens, 
Decorans France, Almaigne et Italie. 
Die Niederlande nennt er nicht, weil er sie stillschweigend zu Deutschland 
oder Frankreich rechnet. Die Erklärung der Namen am besten bei Pinchart a_ 
a. 0. p. CCCXXVI. 
3) So Montaiglon, in der Notice historique et bibliographique sur Jean Pelerin, 
Paris 1861, p. 69. Vgl. Pinchart a. a. O.
        

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