Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174208
Nachrichten über Foucqueüs Leben. 
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der Nähe der Stadt, und ergiesst sich dabei in das, nach der Weise 
italienischer Humanisten etwas stark aufgetragene Lob des Johannes 
Fochetus, wie er ihn nennt, dessen Gemälde er dort neben älteren 
Malereien gefunden habe. Er erklärt ihn für den ersten Maler nicht 
bloss seiner Zeit, sondern aller Zeiten, will es Andern überlassen, 
Polygnot und Apelles zu rühmen und zufrieden sein, wenn es ihm  
gelange, die malerischen Thaten dieses Turonensischen Mannes mit 
würdigen Worten zu feiern. Diesem Erguss fügt er dann aber eine 
nicht unwichtige Nachricht hinzu. Damit nämlich sein italienischer 
Freund ihn nicht im Verdacht eitler Dichtung habe, möge er sich 
in die Sakristei von Santa Maria sopraf Minerva zu Rom begeben, 
wo er ein von unserm Maler in seiner Jugend (in ipsa adhnc juventa) 
und zwar auf Leinwand gemaltes Bildniss des Papstes Engen IV. 
finden und daraus erkennen werde, dass Foucquet wie ein zweiter 
Prometheus fähig sei, mit dem Pinsel wahres Leben zu schaffenl). 
Diese Nachricht wird dann auch anderweitig bestätigt, nämlich durch 
Vasari im Leben des Antonio Averulino, genannt Filarete und dann 
auch durch diesen selbst in der Zueignung seines architektonischen 
Werkes an den Herzog Franzesco Sforza. Beide sprechen nämlich 
von diesem in der Sakristei der Minerva befindlichen Porträt Eugens IV. 
zwar mit Verstümmelung des französischen Namens aber mit Angabe 
von Einzelheiten, welche die Identität des Bildes feststellenl). Die 
Lebensverhältnisse Eugenis IV. lassen vermuthen, dass es im Jahre 
1443 war, als Foucquet ihn malte 2), und rechtfertigen daher die An- 
1) Vasari knüpft an die Erwähnung, dass Filarete in der Kirche der Minerva. 
bestattet sei, die Angabe, dass er dort durch einen sehr angesehenen Maler, den 
er in der ersten Ausgabe ziemlich richtig Giovanni Focchetta, in der zweiten aber 
Giovanni Foceora nennt, das Bildniss Eugen's IV. malen lassen. Vasari, ed. n. 
III. 293. F ilarete dagegen nennt als bedeutende Maler aus den Ländern jenseits 
der Alpen neben Giovanni di Brugia. und Ruggieri, also neben den bedeutendsten 
den Italienern bekannten flandrischen Malern einen "Giachetto Francioso", der, 
wenn er noch lebe, ein guter Meister, besonders im Porträt sei. Derselbe habe 
in Rom in einem in der Sakristei der Minerva befindlichen Bilde, während er, 
"Filarete", sich dort befand, den Papst Etigen nebst zwei seiner Verwandten auf 
Leinwand so vortrefflich gemalt, dass sie zu leben geschienen. Gaye I. S205. 
Gegenstand, Ort und sogar die (auch von Florio erwähnte) Ausführung auf Lein- 
wand heben jeden Zweifel über die Identität des Bildes, und die Veränderung 
des Namens von Folchetto in Giachetto kann sehr leicht durch das Versehen eines 
Abschreibers entstanden sein. 
2) Engen IV. bestieg den päpstlichen Thron 1431, wurde aber schon 1434 
durch einen Aufstand der Römer verjagt und hielt sich nun eine Reihe von Jahren 
in Florenz und an anderen Orten auf, bis er 1443 nach Rom zurückkehrte. Es 
ist, wie Labarte a. a. 0. S. 279 mit Recht bemerkt, nicht wahrscheinlich, dass das 
20'
        

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