Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1174065
Grimani. 
Breviarium 
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Umstand, dass er im Jahre 1521 eine achtzehnjährige Tochter (und 
wahrscheinlich schon einen altern Sohn) hatte, lässt darauf schliessen, 
dass er wenigstens 1480 geboren war, und sein 'I'0desjahr hindert 
nicht eine noch frühere Geburt anzunehmen. Indessen kennen wir 
keine authentische Arbeit von seiner Hand, welche zur Bestätigung 
jener Annahme dienen könntcl), während eine Vergleichung der Mi- 
niaturen mit den Werken des Gerhard David eher auf eine andere 
Verniuthung führen könnte. Hier findet sich nämlich eine so auf- 
fallende Uebercinstimmung sowohl der Gesichtstypen als des Gefühls- 
ausdrucks, dass man kaum an der Mitwirkung dieses Meisters zwei- 
feln kann und auf die Vermuthung hingeführt wird, dass hier eine 
Verwechselung der beiden, den gleichen Vornamen führenden Meister, 
des Gerhard von Gent mit dem Gerhard von Brügge stattgefunden 
hat. Gewissheit wird sich indessen darüber nicht erlangen lassen 
und so ist das Resultat, dass wir dies reichste und anmuthigste Werk 
der flandrischen Miniaturmalerei nur als ein Erzeugniss der Schule 
unter dem Einfluss Memlings nicht als die Leistung einzelner nam- 
hafter Meister zu bewundern haben, ein Resultat, welches vielleicht des 
günstigeren und dem Charakter dieser Schule besser entsprechend ist. 
1) Zufolge der Rechnungen der Erzherzogin Margaretha wurde Gerhard Horc- 
bout im Jahre 1521 für ein nach der Natur gemaltes Bildniss des Königs Christian 
von Dänemark bezahlt, welches man jetzt in England wieder entdeckt zu haben 
glaubt und das sich in der Sammlung der Royal Society of Antiquaries befindet. 
Nach Karl van Mander hatte Lievin Hugennois, Abt von St. Bavo in Gent, um 1517 
zwei Bilder bei Gerhard Horebout bestellt, man hat daher geglaubt, diesem auch 
ein damals im Besitze eines Herrn Hugvatter in Gent beiindlich gewesenes und im 
Messager des Seiences 1833, S. 12 nachgebildetes Diptychon, Maria. das Christkind 
küssend und der Abt. mit seinem bekannten Wappen vor ihr knieend, zuschreiben 
zu dürfen. Allein die Vergleichung mit diesen Bildern giebt nicht die Ueber- 
zeugung seiner lllitwirkung bei unsern Miniaturen. [VgL M. Thausing in seinem 
Dürer und in den Quellenschriften für Kunstgeschichte, III. Bd, wo er auf einer 
der Miniaturen den Namen Gossaerüs (lilabusets) gefunden zu haben behauptet]
        

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