Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170602
Carl Schnaasds Biographie. 
XXXI 
als Auscultator 
werden würde. 
bei deln Land- 
und Stadtgericht zu Danzig 
beschäftigt 
Damit unterbrach Schnaase die philosophischen Arbeiten seines 
letzten Studienjahres, wie er sagt, von dem Bedürfniss getrieben, sie, 
ehe er sich ihnen ganz hingebe, gleichsam in näherer Berührung mit 
dem praktischen Leben zu erproben. Auch mag der EinÜüSS der 
Mutter dabei thätig gewesen sein, da er über diese Periode seines 
Lebens, aus welcher uns leider alle gleichzeitigen Aufzeichnungen 
fehlen, in dem öfter erwähnten Aufsatze sich folgendermaassen aus- 
spricht: „Das Andringen meiner Mutter kam zu dem eigenen Be- 
dürfniss und bewog mich, in einen praktischen Beruf zu treten. Sie 
war beunruhigt über das Schwankende meiner Neigungen und wünschte 
die Beendigung meiner schon über das gewöhnliche Maass ausge- 
dehnten Studienzeit, meinen Uebergang in eine geordnete Laufbahn. 
Ich entschloss mich daher rasch, bestand mit Hilfe meiner früheren 
juristischen Studien die nöthige Prüfung und rüstete mich in Danzig, 
dem Wohnsitz meiner Mutter, den praktischen Dienst anzutreten, 
nicht ohne den Plan, in dieser veränderten Stellung mich naher zu 
prüfen und später mich ganz der Wissenschaft zu widmen. 
 „Bevor ich dorthin abging, führte mich eine Erholungsreise nach 
Dresden. Mit der bildenden Kunst war ich bisher wenig in Be- 
rührung gekommen, die Unruhe des früheren Reiselebens, die Be- 
schaftigung mit dramatischer Poesie und Darstellung, die im Vater- 
lichen Hause durchaus vorherrschte, waren der Entwicklung des 
Sinnes für jene ruhigere Kunst nicht günstig gewesen. Der Zeichen- 
unterricht, den man mir ertheilt hatte, war noch weniger geeignet 
gewesen, mich anzuziehen. In Heidelberg hatte ich zwar die Samm- 
lung der Gebrüder Boisseree. wiederholt und mit Freude gesehen, 
allein auch sie hatte, sei es, dass die alterthümlichen Formen der in 
ihr vertretenen Schule mir noch zu fremdartig waren, sei es, dass 
meine eigene innere Unruhe mich daran verhinderte, keinen bleibenden 
und entscheidenden Eindruck auf mich gemacht. Die Dresdener 
Sammlung mit ihren Meisterwerken aus der Zeit höchster Kunst- 
bliithe ergriff mich auf's Tiefste. Ich fühlte ein Verständniss, das 
ich nicht geahnt hatte und konnte mich in der Betrachtung nicht
        

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